10.08.2018 - leichtathletik.de

EM Leichtathletik: Silber für Pamela Dutkiewicz, Bronze für Cindy Roleder

Cindy Roleder
Cindy Roleder
Pamela Dutkiewicz und Cindy Roleder haben am Donnerstagabend bei der EM in Berlin über 100 Meter Hürden Silber und Bronze erkämpft. Beim Sieg von Elvira Herman aus Weißrussland lagen die WM-Dritte und die Titelverteidigerin nur fünf Hundertstel auseinander. Ricarda Lobe überraschte als Fünfte.

Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid 01), in diesem Jahr mit 12,67 Sekunden die Drittschnellste in Europa, hatte im Halbfinale mit flotten 12,71 Sekunden ihre Visitenkarte abgegeben und gehörig Selbstbewusstsein fürs Finale getankt. Dort ließ sie keinen Zweifel an ihrem Siegeswillen aufkommen. Fokussiert, kraftvoll und aggressiv waren ihre Schritte zur ersten Hürde, um dann schnell in den Rhythmus zu finden. Das Schwungbein exzellent, das Nachziehbein flach lag sie lange in Führung, musste dann aber in 12,72 Sekunden doch noch der Weißrussin Elvira Herman um fünf Hundertstel Vortritt gewähren

Ebenso dicht war Cindy Roleder (SV Halle) dran, die in 12,77 Sekunden Saisonbestzeit lief. Die gebürtige Chemnitzerin, deren Bestzeit seit Platz zwei bei der WM 2015 bei 12,59 Sekunden steht, wurde Dritte. Ricarda Lobe (MTG Mannheim), die im Halbfinale in 12,90 Sekunden persönliche Bestzeit und damit ins Finale gelaufen war, komplettierte mit Platz fünf und 13,00 Sekunden die starke Vorstellung der deutschen Hürdensprinterinnen.

Favoritin Alina Talaj aus Weißrussland hatte nichts mit der Medaillenvergabe zu tun und wurde disqualifiziert. Ende Mai hatte sie mit 12,41 Sekunden für Aufsehen gesorgt.

STIMMEN ZUM WETTKAMPF

Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid 01): Das ist etwas so Besonderes. Ich weiß, dass ich bei internationalen Meisterschaften nie wieder vor heimischem Publikum rennen werde. Ich bin so glücklich. Das war kein einfaches Rennen. Der Wind hat sich die ganze Zeit verändert. Und als es kurz vor dem Finale zu regnen begann, dachte ich: „Mehr Dramatik könnte nicht möglich sein.“ Der Druck war riesig. Vor allem der Druck, den ich mir gesetzt habe. Ich habe mir immer wieder gesagt: „Nutze diese Gelegenheit!"

Cindy Roleder (SV Halle):
Dies ein wahr gewordener Traum. Ich habe die ganze Zeit von einer Medaille geträumt. Dieses Publikum ist bombastisch. Ich wollte eine Medaille bekommen. Das war mein Ziel. Letztes Jahr war für mich ein schweres Jahr wegen Verletzungen. Eine Medaille ist immer großartig. Es ist fantastisch. Das Rennen selbst war nicht gut. Der Wind hat sich ständig verändert. Im deutschen Hürdensprint ist viel los. Wir wurden Zweite, Dritte und Fünfte. Beeindruckend! Das ist bombastisch. Das Halbfinale ist normalerweise härter als das Finale. Ich genieße diese Meisterschaften sehr.

Ricarda Lobe (MTG Mannheim):
Ein sehr gutes Ergebnis, zumal es nicht einfach war und mein dritter Lauf seit gestern. Ich bin super glücklich, auch weil die anderen Beiden eine Medaille geholt haben. So kann es weitergehen.

Harald Koken

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