11.08.2018 - leichtathletik.de

Top-Teamleistung: Nadine Müller und Shanice Craft erkämpfen Silber und Bronze

Nadine Müller
Nadine Müller
Die Diskus-Asse Nadine Müller und Shanice Craft hatten am Samstagabend bei der EM in Berlin den Dreh raus. Die Ein-Kilo-Scheibe schleuderten sie auf den Silber- bzw. Bronzerang. Claudine Vita wurde Vierte. Favoritin Sandra Perkovic ließ ihr Wurfgeschoss auf 67,62 Meter fliegen.

Sandra Perkovic (Kroatien) setzte mit 67,62 Metern ihre Siegesserie fort. Die zweimalige Olympiasiegerin und Weltmeisterin holte sich zum fünften Mal in Folge EM-Gold – eine beispiellose Bilanz. Nach großen Problemen fand sie erst zum Schluss ihren Rhythmus und verdrängte die lange führende Nadine Müller (SV Halle) auf den Silberrang.

Die Vize-Weltmeisterin von 2011 und Olympia-Vierte von 2012 kam super in den Wettkampf rein, legte 62,00 Meter vor und ließ den Saisonrekord von 63,00 Metern folgen. Die Bestleistung der 32-jährigen Bundespolizistin steht bei 68,89 Metern.

Spannend bis zum Schluss blieb auch die Entscheidung um Bronze. Im letzten Versuch knallte die Deutsche Meisterin Shanice Craft (MTG Mannheim) noch einmal einen raus. Mit 62,46 Metern verdrängte sie Claudine Vita (SC Neubrandenburg; 61,25 m) auf Rang vier. Eine starke Teamleistung des deutschen Diskus-Trios.

Symbolisch schwebte Robert Harting über allem. Claudine Vita hat 2009 als Zwölfjährige sein WM-Gold live im im altehrwürdigen Olympiastadion von 1936 miterlebt und schöpft noch heute Motivation daraus. Shanice Craft, die schon 2014 in Zürich (Schweiz) und 2016 in Amsterdam (Niederlande) jeweils Bronze geholt hatte, hat im letzten Herbst ihren Lebensmittelpunkt nach Berlin verlegt und sich der Trainingsgruppe um Julia und Robert Harting angeschlossen.

STIMMEN ZUM WETTKAMPF

Nadine Müller (SV Halle):
Wir waren alle ziemlich nah zusammen in diesem Wettbewerb. Nachdem ich die 63 Meter erreicht hatte, habe ich gehofft, dass dies für eine Medaille ausreichen würde. Ich war seit zwei Jahren nicht mehr auf dem Podium, ich hatte viele Probleme mit meinem Körper. Die letzten zwei Jahre waren nicht einfach, es gab viele Probleme bei der Vorbereitung auf die Saison. Auch in diesem Jahr war die Vorbereitung nicht optimal. Es ist großartig, mit einer Medaille vor heimischem Publikum wiederzukommen. Dies ist eine ganz besondere Silbermedaille. Ich habe ausgezeichnete Erinnerungen an dieses Publikum hier in Berlin - so kenntnisreich und so enthusiastisch. 2009 war das Jahr, in dem ich meinen Durchbruch hatte. Mein Plan war, meine Gegner bei den ersten Versuchen zu schockieren. Als ich 63 Meter erreicht hatte, wusste ich, dass das nicht genug für die Goldmedaille sein würde. Wenn du Sandra kennst, weißt du, dass sie früher oder später einen rausholt. Heute brauchte sie einige Zeit für ihren Siegeswurf. Aber vom ersten bis zum letzten Versuch war klar, dass sie das Gold gewinnen würde. Chapeau - sie hat ihren fünften Titel gewonnen! Die Silbermedaille fühlt sich für mich wie Gold an. Ich bin stolz auf das Team, das für mich im Hintergrund arbeitet, mein Trainer, meine Familie, meine Freunde. Heute sind 30 Leute hier im Stadion, die mich unterstützt haben. Ich plane bis Tokio, also gibt mir diese Medaille nach zwei grauen Jahren viel Motivation.

Shanice Craft (MTG Mannheim):
Beim sechsten Versuch habe ich mich stark konzentriert, total auf den Ring. Ich wollte alles richtig machen, um noch eine Medaille zu holen. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Ich dachte nur an eine Medaille, egal wer vor mir war. Es tut mir leid für Claudine Vita, meine Teamkollegin, weil sie auf diese Weise Bronze verloren hat. Aber sie ist noch jung und hat viele Jahre vor sich. Die Berliner sind so cool und wissen, wie man Sportler feiert.

Claudine Vita (SC Neubrandenburg):
Es war ein schwieriger Wettkampf für mich. Es war kalt, es gab viele Unterbrechungen. Ich konnte meinen Rhythmus nicht finden. Bis zum letzten Durchgang hat es noch für den dritten Platz gereicht, ich wusste aber, dass mit der Leistung eine Medaille schwer werden könnte. Ich bin trotzdem froh, dass ich bei meinen ersten Europameisterschaften den vierten Platz belegt habe.

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