12.08.2019 - rudern.de

Rudern: DRV-Team holt 12-Medaillen bei Junioren-WM

Juniorenweltmeister (v.l.n.r.): Leon Knaack, Leon Braatz, Jonas Huth, Jan Szymczak, Julian Garth, Nick Welzenbach, Erik Kohlbach, Ryan Smith und Steuermann Florian Wünscher.
Juniorenweltmeister (v.l.n.r.): Leon Knaack, Leon Braatz, Jonas Huth, Jan Szymczak, Julian Garth, Nick Welzenbach, Erik Kohlbach, Ryan Smith und Steuermann Florian Wünscher.
Die Athletinnen und Athleten des Deutschen Ruderverbandes haben insgesamt 12 Medaillen - 5xGold, 3xSilber, 4xBronze - bei der Junioren-WM in Tokio gewonnen. Damit ist der DRV die stärkste Nation.

Paul Berghoff, Alexander Finger, Sören Henkel und Elrond Kullmann haben eine tolle WM mit Gold belohnt.
Paul Berghoff, Alexander Finger, Sören Henkel und Elrond Kullmann haben eine tolle WM mit Gold belohnt.
Die Weltmeister: JM4+, JM8+, JW1x, JM4x und JM4-
Für die erste deutsche Goldmedaille sorgte der Junioren-Vierer mit Steuermann. Nach dem Start ordneten sich Erik Bruns, Frederik Breuer, Tjark Löwa, Ben Gebauer und Steuermann Julius Fabry (RC Bergedorf/Bonner RG/RG Rotation Berlin/Potsdamer RG Germania/Bessel RC) zunächst auf dem fünften Rang ein, das Feld eng beieinander. Mit knapp zwei Sekunden Rückstand auf die führenden Chinesen ging das deutsche Boot auf die letzten 500 m. Und dann schlug ihre Stunde. Das Quintett setzte zu einem fulminanten Endspurt an und krönt sich mit dem Weltmeister-Titel.

Einen schöneren Abschied von der Trainerbühne hätte sich Bernd Nennhaus nicht wünschen können. Seine Jungs gewannen im Achter die Goldmedaille. Mit einem beeindruckenden Start-Ziel-Sieg ließen Leon Knaack, Leon Braatz, Jonas Huth, Jan Szymczak, Julian Garth, Nick Welzenbach, Erik Kohlbach, Ryan Smith und Steuermann Florian Wünscher (DRV von 1884/RC Bergedorf/RC Potsdam/Crefelder RC/SC Magdeburg Abteilung Rudern/Hallesche Ruder-Vereinigung Böllberg/Deutscher RC v. 1884/RG Rotation Berlin) der Konkurrenz keine Chance. Mit mehr als vier Sekunden Vorsprung überqueren sie als neuer Weltmeister die Ziellinie. „Das ist wirklich ein toller Abschluss für Bernd, besser hätte es nicht laufen können“, freut sich Tschäge.

Alexandra Föster (RC Meschede) ist Weltmeisterin im Einer. Die Athletin von Trainer Sebastian Kleinsorgen ließ heute nichts anbrennen und setzte sich vom Start weg an die Spitze. Schon auf der ersten Streckenhälfte konnte sie sich mit vier Sekunden von ihren Gegnerinnen absetzen. Auf den zweiten 1.000 konnte sie den Vorsprung weiter ausbauen und am Ende mit mehreren Bootslängen Vorsprung ungefährdet zu Gold rudern. Eine beeindruckende Vorstellung der noch jungen Athletin.

Paul Berghoff, Alexander Finger, Sören Henkel und Elrond Kullmann (SC Magdeburg e.V. Abteilung Rudern/Berliner RC/RV Waltrop/Dresdner RC) haben eine tolle WM mit Gold belohnt. Die Jungs von Trainer Schützeberg lagen bis zur 1.500-m-Marke auf dem zweiten Rang hinter Italien. Wie schon im Vorlauf bewiesen sie auch heute ihren Spurtstärke und schoben ihr Bug auf den letzten Metern noch auf den Goldrang.

Über den WM-Titel jubeln auch Mark Hinrichs, Hanno Brach, Bruno Spät und Cedric Wiemer (Limburger Club für Wassersport/Giessener RG/Marburger RV/Frankfurter RG Germania) im Junioren-Vierer ohne. Das Quartett hat sich vom Start weg an die Spitze gesetzt und die Führung über den gesamten Streckenverlauf verteidigt. Mit knapp einer Sekunde Vorsprung auf die zweitplatzierten Briten krönen sie sich mit Gold.

Die Silber-Crews: JW4x, JM2x, JW8+
Luise Bachmann, Charlotte Moritz, Johanna Sinkewitz und Sarah Wibberenz (RV Ingelheim/Alster-RV Hanseat von 1925/Pirnaer RV/RC Havel Brandenburg) sind gut ins Rennen gekommen und lagen bei der ersten Zeitmessung in Führung. Auf den zweiten 500 m haben sich aber die Neuseeländerinnen am deutschen Boot vorbeigeschoben. Im weiteren Rennverlauf konnten die „Kiwis“ sich ein Stück vom deutschen Quartett lösen und den Sieg ins Ziel rudern. Mit etwas mehr als zwei Sekunden Rückstand überquerten die Athletinnen von Anna-Maria Götz als Zweite die Ziellinie und freuen sich über Silber.

Nach den zwei souveränen Siegen im Vorlauf und im Halbfinale wollten Aaron Erfanian und Paul Krüger (DRC von 1884/(SC Magdeburg e.V. Abteilung Rudern) auch heute um Gold mitrudern. Das Tempo übernahmen aber vom Start weg die Australier. Knapp zwei Sekunden hinter der Spitze ging das deutsche Duo als Dritte auf die letzten 500 m. Mit einem starken Schlussspurt schoben sich die Jungs von Trainer Paul Zander noch an den bis dahin zweitplatzierten Italienern vorbei und holen Silber.

Der Juniorinnen-Achter mit Clara Oberdorfer, Kerstan Klara, Kristin Wagner, Svea Pichner, Lene Mührs, Olivia Clotten, Emma Kögler, Mathilda Kitzmann und Steuerfrau Janne-Marit Börger (Ulmer RC Donau/RC Potsdam/Lübecker Frauen RG v. 1907/Kettwiger RG/Neusser RV/RC Potsdam/LRV Mecklenburg-Vorpommern/Ratzeburger RC) hat im Gegensatz zum Bahnverteilungrennen – wo die Crew schon früh einen Krebs fing – heute eine super erste Streckenhälfte absolviert. Als führendes Boot - dicht gefolgt von den Chinesinnen - gingen die Athletinnen von Trainer Ralf Wenzel auf die zweiten 1.000 m . Im weiteren Rennverlauf erhöhte das Boot aus China die Schlagzahl und konnte sich von der deutschen Crew lösen. Doch die Mädels ließen nicht locker und kamen bis auf sechs Zehntel an China ran. Diese Leistung wird mit Silber belohnt.

Die Bronze-Crews: JW4+, JW4-, JW2- und JM2-
Marit Runge, Luisa Gathmann, Magdalena Rabl, Lisa Weber und Steuerfrau Annalena Fisch (LRV Mecklenburg-Vorpommern/RC Rheinfelden/RG München/RK am Wannsee) haben Bronze im Juniorinnen-Vierer mit Steuerfrau gewonnen. Das Quintett konnte sich mit einem starken Schlussspurt auf den letzten 500 m noch vom fünften auf den dritten Rang vorschieben.

Ebenfalls Bronze gab es für Lena Kolwey, Tori Schwerin, Maike Böttcher und Noreen Junges (alle LRV Mecklenburg-Vorpommern) im Juniorinnen-Vierer ohne. Die späteren Weltmeister aus China konnten sich auf der zweiten Streckenhälfte vom Rest des Feldes absetzen, das deutsche Quartett nahm zusammen mit den Italienerinnen die Verfolgung auf. Mit knapp fünf Sekunden Rückstand auf China und 1,5 Sekunden auf Italien überquerte das deutsche Boot als Dritter die Ziellinie.

Im Finale des Juniorinne-Zweiers ohne gaben die Tschechinnen an der Spitze das Tempo vor. Stina Roebbecke und Elisa Patzelt (Lüneburger RC Wiking/Celler RV) ordneten sich hinter den Chinesinnen auf Rang drei ein und verwalteten diesen souverän bis ins Ziel.

Kaspar Virnekäs und Tom Tewes (beide Münchener Ruder-Club von 1880 e.V.) haben sich vom Start weg hinter den Booten aus Rumänien und Italien auf Platz drei eingeordnet. Während sich die Rumänen auf der zweiten Streckenhälfte ein Stück weit absetzen konnten, lieferte sich das deutsche Duo einen spannenden Zweikampf mit den Italienern auf den letzten 500 m. Am Ende fehlten Virnekäs und Tewes nur sechs Zehntel zu Silber.
Judith Guhse und Jette Prehm (Rendsburger RV/SC Magdeburg, Abteilung Rudern) beenden die WM auf einem guten vierten Rang. Das Duo konnte vor allem auf der zweiten Streckenhälfte das hohe Tempo der Chinesinnen und Niederländerinnen nicht mehr mitgehen. Am Ende fehlen knapp fünf Sekunden auf Bronze.

Nach dem unglücklingen Kentern im Halbfinale durfte Paul Leerkamp (Osnabrücker RV) heute noch im B-Finale antreten. In Führung liegend ging er auf die letzten 500 m. Dann verließen ihn ein wenig die Kräfte und er musste die Konkurrenz vorbeiziehen lassen. Am Ende wird es Rang vier, damit beendet er die WM auf dem zehnten Platz.

Überwältigende Leistung
„Die WM ist für uns wirklich sehr gut gelaufen. Ich wusste, dass wir nicht ganz schlecht unterwegs sind, da wir eine wirklich gute UWV hatten. Aber dass wir das in dieser Breite so hinbekommen, ist wirklich überwältigend. Einige werden sicherlich noch etwas brauchen, um das zu realisieren“, freut sich eine stolze Bundestrainerin Sabine Tschäge und ergänzt. „Die Bedingungen waren auf jeden Fall eines Finals würdig. Trotz des leichten Gegenwindes war es gut ruderbar.“

So eine starke Leistung ist aber auch nur mit einem guten Team zu schaffen. „Wir haben ein relativ junges Trainerteam, das sehr gut zusammengearbeitet hat. Das hat definitiv geholfen, so eine tolle Teamleistung zu erreichen“, so Tschäge.

Zum Abschluss steht heute noch eine Bootstour mit traditionellem Karaoke an. Ein Großteil der Mannschaft macht sich morgen dann auf dem Heimweg – hoffentlich mit weniger Komplikationen als bei der Anreise. Für einige Aktive und Trainer steht im Anschluss an die WM jetzt noch Urlaub in Japan an.

 Diesen Artikel und mehr Informationen rund um das Rudern gibt es auf der Homepage des DRV.




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