07.05.2015 - Polizei LSA | Kathleen Gerike

19. Deutsche Polizeimeisterschaft im Handball der Männer – „Handballkrimi in Nordrhein-Westfalen“

Team Landespolizei Sachsen-Anhalt
Team Landespolizei Sachsen-Anhalt
Vom 21. - 24. April fand in Selm (NRW) die 19. Deutsche Polizeimeisterschaft in Handball der Männer statt. Zur Endrunde hatten sich, in insgesamt fünf Vorrunden, die Auswahlmannschaften aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt qualifiziert.

Sprungwurf Alexander Saul
Sprungwurf Alexander Saul
Die Mannschaft aus Nordrhein-Westfalen war als Titelverteidiger ohne Qualifikation gesetzt und gleichzeitig Ausrichter der Endrunde. Die teilnehmenden Teams wurden in zwei Gruppen geteilt.

1. Gruppe 2. Gruppe
Nordrhein-Westfalen Baden-Württemberg
Niedersachsen Schleswig-Holstein
Hessen Sachsen-Anhalt


1. Spieltag

Am ersten Spieltag wurden im Spiel „Jeder gegen Jeden“ innerhalb der jeweiligen Gruppe die besten Platzierungen ausgespielt. Unsere Auswahlmannschaft musste sich somit gegen die Teams aus Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg durchsetzen, um möglichst als Gruppensieger in den zweiten Spieltag zu starten. Am zweiten Spieltag spielten die jeweiligen Gruppensieger gegen die Gruppenzweiten der gegnerischen Gruppe. Um einer frühzeitigen Konfrontation mit der vermeintlich stärksten Mannschaft der Gruppe 1, Nordrhein-Westfalen, aus dem Weg zu gehen, war das Ziel am ersten Spieltag der Gruppensieg!

Im Eröffnungsspiel konnte sich das Team aus Nordrhein-Westfalen nur knapp gegen Niedersachsen mit 25:23 durchsetzen.

Nun wurde es ernst für unsere Männer, die Anspannung stand allen ins Gesicht geschrieben. Das Team aus Baden-Württemberg, dem amtierenden Vizemeister, galt es zu schlagen. Aber auch Sachsen-Anhalt hatte sich mit der starken Leistung zur Vorrunde, in der das Team um Trainer Frank Straßburger die Gastmannschaften mit unglaublichen 98 Toren nach Hause geschickt hatte, als ernstzunehmender Gegner empfohlen.

In der ersten Halbzeit schenkten sich beide Mannschaften nichts. Hart erkämpfte Bälle hielten die Teams und das Publikum in Atem. Die Baden-Württemberger scheiterten zunehmend an der „Wand“ in unserem Tor, Steffen Oppenheimer (PD Nord), der mit einer Glanzleistung das Publikum ins Staunen versetzte. Unsere Männer hielten Schritt und verabschiedeten sich mit 15:13 in die Halbzeitpause. Zur Unterstützung unserer Mannschaft war Helmut Kurrat, Leiter des Olympiastützpunktes Magdeburg und erfahrener Handballtrainer, angereist. In der Pause bündelte das Trainergespann Straßburger/Kurrat die Taktikressourcen und motivierte die Männer weiter zu kämpfen. Gestärkt erschien unser Team aus der Halbzeitpause und kämpfte erbittert um jeden Ball. So pfiffen die Schiedsrichter Mirko Krag (Hessen) und Jannik Otto (Niedersachsen) fünf 7-Meter gegen Baden-Württemberg, die Carsten Kommoß (LBP), in gewohnt souveräner Manier, erfolgreich umwandeln konnte. Die Baden-Württemberger hatten unserem Spielvermögen wenig entgegen zu setzen und verloren das Spiel mit 24:31. Sachsen-Anhalt hatte den amtierenden Vizemeister geschlagen und sich Respekt erarbeitet.

Torschützen: Carsten Kommoß 6/5, Alexander Saul 9, Eric Straßburger 3, Tobias Rindert 3, Daniel Gieraths 1, Niclas Kaiser 3, Mathias Walther 1, Maurice Wilke 3

Im dritten Spiel standen sich die Teams der Gruppe 1, Niedersachsen und Hessen, gegenüber. Das niedersächsische Team war bereits konditionell durch das erste Spiel gegen NRW geschwächt und unterlag dem hessischen Team mit 24:31.

Nach kurzer Verschnaufpause mussten nun unsere Männer im Spiel gegen Schleswig-Holstein nochmal alles geben, um den Gruppensieg zu sichern. In einer spannenden Partie erschienen beide Teams gleichstark und ließen jeweils nicht mehr als ein Tor Unterschied zu. Mit einem Halbzeitstand von 13:13 verabschiedeten sich die Teams in die Pause. Nun galt es Lösungen zu finden, gegen die eher unkonventionelle Spielweise der Schleswig-Holsteiner. Unsere Männer arbeiteten weiter konzentriert und die gegnerische Mannschaft scheiterte zunehmend an unseren starken Abwehrspielern (Rindert, Straßburger, Seifert und Kralik). So errangen sie ihre Sicherheit zurück und konnten das Spiel mit 25:20 für sich entscheiden.

Das Ziel des ersten Spieltages war somit erreicht. Sachsen-Anhalt war Gruppensieger, die Freude war groß.

Torschützen: Carsten Kommoß 10/6, Alexander Saul 9, Eric Straßburger 1, Enrico Lampe 1, Maurice Wilke 1, Niclas Kaiser 1, Tobias Rindert 2

Das Team aus NRW erkämpfte sich gegen die stark agierende hessische Mannschaft nach harten und schnellen Ballwechseln ebenfalls den Sieg, respektive den Gruppensieg, mit 31:25. Im letzten Spiel des ersten Spieltages spielten die Teams aus Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein um Platz 2 der Gruppe 2. Die Baden-Württemberger erwiesen sich von Beginn an leistungsstärker. Das Team aus Schleswig-Holstein war sichtlich geschwächt nach dem Spiel gegen Sachsen-Anhalt. Damit konnte die Handballauswahl aus Baden-Württemberg das Spiel mit 35:18 für sich entscheiden.

2. Spieltag

Aus dem ersten Spieltag haben sich folgende Spielpaarungen ergeben:
Zweiter der Gruppe 1 (Hessen) : Erster der Gruppe 2 (Sachsen-Anhalt) Erster der Gruppe 1 (Nordrhein-Westfalen) : Zweiter der Gruppe 2 (Baden-Württemberg)
In der weiteren Folge spielen die Verlierer dieser Spielpaarungen um Platz drei und die Sieger um den Meistertitel.

Der Handballkrimi begann … im ersten Spiel des zweiten Spieltages, Sachsen-Anhalt gegen Hessen. In einem packenden Spiel verschlug es dem Publikum fast den Atem. Die extra aus der Heimat angereisten Fans sahen Handball der Extraklasse. Unsere Männer gaben alles. Am Tempo und unserer Spielraffinesse verschluckten sich die Hessen anfangs und hatten unserer starken Abwehr ebenfalls wenig zu entgegnen. Im Spielverlauf gewann die hessische Mannschaft dennoch mehr und mehr an Souveränität und verunsicherte damit zunehmend unser Team.

Nach mehreren Auszeiten, in denen harte Worte fielen, die beide Teams aufrüttelten, verabschiedeten sich die Teams mit 13:12 in die Pause. Jetzt hieß es, noch einmal alle Kräfte sammeln und volle Konzentration auf die letzten 30 Minuten, in denen es um den Einzug ins Finale ging.

In der zweiten Halbzeit hielten beide Teams gleichauf und so stand es in der 60. Minute 24:24 – Verlängerung! Das Publikum schon fast ohne Stimme und mit einem Pulsschlag, der vermutlich ebenso hoch, wie derer der Sportler war, ließ nicht locker und spornte/schrie unsere Männer zum „Weiterkämpfen“ an.

Die ersten fünf Minuten der Verlängerung konnte Hessen für sich mit 27:25 entscheiden, doch Sachsen-Anhalt konterte in der zweiten Verlängerung mit drei Toren und führte erneut.

Nun wurden Sekunden zu Stunden ... und leider hatte das hessische Team das Quäntchen mehr Glück und entschied das Spiel mit 29:28 für sich. Unsere Mannschaft hatte damit den Einzug ins Finale knapp verpasst.

Torschützen: Carsten Kommoß 7/2, Alexander Saul 8, Eric Straßburger 3, Enrico Lampe 4, Tobias Rindert 3, Niclas Kaiser 2, Felix Kralik 1

Im Anschlussspiel trafen nun der amtierende Deutsche Meister, Nordrhein-Westfalen und der amtierende Vizemeister, Baden-Württemberg, aufeinander. Von Beginn an dominierte das Team aus NRW die Begegnung und setzte sich klar gegen die Baden-Württemberger mit 36:22 durch. Damit standen die Teams aus Nordrhein-Westfalen und Hessen im Finale. Das Spiel um Platz drei musste unser Team somit am dritten Spieltag gegen Baden-Württemberg austragen.

3. Spieltag

Im Spiel um Platz drei hieß es für unsere Auswahl noch einmal „Alles oder Nichts!“, denn das Treppchen auf dem Siegerpodest wollten wir uns nicht nehmen lassen. Extra aus der Heimat angereist, um unsere Sportler zusätzlich zu motivieren, war der Vorsitzende des DPSK und Sportbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, LPD Rigo Klapa. Unsere Sportler und den Veranstalter freute dieser Überraschungsbesuch gleichermaßen.

Der Anpfiff fiel und schon nach den ersten Spielminuten war allen klar, dies wird ein ähnlich packendes Spiel wie gegen das Team aus Hessen. In spannenden Zweikämpfen und hervorragenden Spielaktionen um Spielmacher Alexander Saul schenkten sich die Teams nichts. Unsere Männer gingen am Anfang der ersten Halbzeit mit vier Toren in Führung, jedoch ließ der amtierende Vizemeister nicht locker und konnte zum Ende der ersten Halbzeit auf 11:12 aufholen. Die Spannung knisterte, das Publikum war wieder heiser, noch einmal so ein spannendes Spielspektakel – die Nerven auf der Trainerbank sowie im Publikum lagen blank.

Die zweite Halbzeit begann, wieder konnte sich kein Team deutlich absetzen. Fast unglaublich, hieß es in der 60. Spielminute bei einem Spielstand von 25:25 wieder: Verlängerung!

In den ersten fünf Minuten ließen unsere Männer nichts anbrennen und konnten mit 29:27 in die Pause gehen. Aber sie konnten keineswegs durchatmen, denn in den letzten fünf Minuten nach drei harten Spieltagen holten die Baden-Württemberger erneut auf. Und wieder hieß es: bangen und zittern! Doch unser Team kämpfte unermüdlich weiter. In der 70. Spielminute endlich aufatmen – mit einem Spielstand von 31:29 stand der Sieger dieser Begegnung fest: Sachsen-Anhalt!

Der Freudentaumel war groß, selbst die anderen Teams beglückwünschten uns zu diesem Erfolg als „Sieger der Herzen“! Alle hatten mitgefiebert.

Das Finale war für alle Beteiligten fast Nebensache, versprach doch die nun folgende Begegnung ein weit weniger spannendes Spiel zwischen den Routiniers aus Nordrhein-Westfalen und dem Team aus Hessen zu werden.

Das Team aus NRW wurde ihrer Favoriten-Rolle bei dieser Begegnung gerecht. Trotz intensiver Versuche gelang es dem hessischen Team nicht, an der Abwehr vorbeizukommen. So führte NRW zur Halbzeit mit 12:7. Diesen Vorsprung bauten sie in der zweiten Halbzeit weiter aus und wurden mit einem Endstand von 26:22 zum dritten Mal in Folge „Deutscher Meister“.

Bei der anschließenden Siegerehrung beglückwünschte Herr LPD Klapa alle Mannschaften zu ihren Erfolgen und konnte unserer Landesauwahl die Bronzemedaillen sowie den Pokal überreichen. Mit dem 3. Platz bei einer Deutschen Polizeimeisterschaft hat unsere Landesauswahl im Handball das beste Ergebnis im Bereich der Mannschaftssportarten der Polizei Sachsen-Anhalt erreicht.

Im Rahmen der abendlichen Abschlussveranstaltung wurde Alexander Saul zum besten Spieler der Endrunde ausgezeichnet. Neben ihm wurde als bester Torschütze Sebastian Paul aus Hessen und als bester Torhüter Timo Adeyemi aus Nordrhein-Westfalen geehrt.

Darüber hinaus wurden sechs Sportler aus unserem Team zum Auswahlkader für die Europäische Polizeimeisterschaft 2016 in Dänemark berufen. Ein weiterer Erfolg für unser offensichtlich professionelles und leistungsstarkes Team. (Alexander Saul, Carsten Kommoß, Steffen Oppenheimer, Enrico Lampe, Eric Straßburger, Niclas Kaiser)

Ein Wehrmutstropfen bleibt. Leider gibt unser Landestrainer Frank Straßburger mit diesem großartigen Erfolg sein Traineramt ab. Auf diesem Weg möchten wir uns für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit bedanken und hoffen, dass die ein oder andere freie Minute für Stippvisiten bleibt. Weiterer großer Dank gilt Helmut Kurrat, der uns als Co-Trainer eine unverzichtbare Hilfe war und unserer Physiotherapeutin Karina Band. Beide ließen ohne zu Zögern ihren täglichen Arbeitsalltag liegen, um uns zu unterstützen - Vielen Dank!




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