18.04.2016 - BSV Halle | Presse

Der Zuckerhut steht Anderen gut.

Kai und Kevin Müller
Kai und Kevin Müller
Aller vier Jahre herrscht Ausnahmezustand im Leistungssport. Olympiajahr! Fast alle medialen Bewertungskriterien ordnen sich dem höchsten Ziel unter, das man als Sportler erreichen kann. Olympia! Rio!

Lisa Fritsche
Lisa Fritsche
Die Tickets sind vergeben.

Zwei Boote hatten die Böllberger Kanuten für dieses hohe Ziel in die viertägigen Qualifikationsrennen in Augsburg und Markkleeberg geschickt. Kai und Kevin Müller im Canadier-Zweier und Lisa Fritsche im Kajak der Damen. Der Wettkampf im C2 und im Kajak der Damen blieb bis zum Finaltagesschluss spannend wie Liverpool gegen Dortmund. Im letzten und entscheidenden Rennen am Sonntag gingen dann die Tickets für Rio aber an den halleschen Booten vorbei.

Kai und Kevin Müller konnten ihre Siegesfahrt vom Samstag nicht wiederholen, sie hätten sie gebraucht und belegten den dritten Platz am Finaltag und in der Gesamtwertung der nationalen Qualifikation. Die Tagesgewinner und Rioticket-Gewinner Franz Anton / Jan Benzien äußerten sich im Interview auf der Internetseite der Nationalmannschaft: „So eine Olympiaquali ist immer hart, von den Nerven her ist eine WM fast leichter. Wir haben oben das Resultat der Müllers gehört, das war gut, da konnten wir einen Tick freier fahren.“ Am Schluss waren die beiden Leipziger klar das bessere Boot und Kevin Müller äußerte sich kurz darauf via Facebook: „Leider kein Ticket für Rio bekommen. Aber Wahnsinn, wie viele Leute hinter uns stehen und uns das gewünscht haben!!! Danke, vielen vielen Dank, ich freue mich auf die Europameisterschaft und die Weltcups mit euch! Danke auch an meinen Bruder Kai - forever together!!!

Lisa Fritsche hätte den „Olympia-Sack“ am finalen Sonntag mit einem ersten Platz ebenfalls zumachen können. Hat sie nicht. Zwei Berührungen brachten Lisa um das Ticket. Auf ihre schnellste Fahrzeit von 119,21 Sekunden im Finale wurden somit vier Strafsekunden summiert und setzten Lisa Fritsche auf Platz vier! Melanie Pfeifer aus Augsburg fährt nervenstark mit Platz zwei durch den letzten Teil der Qualifikation und sichert sich damit das Ticket nach Rio. Lisa´s optimistische und sportliche Reaktion: „Rio sollte es am Ende nicht sein, aber Tokio 2020 ist fest im Blick. In den letzten Wochen und bei vier Wettkämpfen habe ich sehr viel gewonnen, mehr als ich am Ende verlor. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung und freue mich riesig über meine Qualifikation für die EM und die World Cups 2016. Ich danke allen, die mich unterstützt, angefeuert & an mich geglaubt haben. Ihr seid Spitze!

Der BSV Halle und die Qualifikanten Kai und Kevin Müller sowie Lisa Fritsche haben trotz der verpassten hochgesteckten Ziele eines doch geschafft: beide Boote sind in der Nationalmannschaft und somit bei der Europameisterschaft und der Worldcupserie 2016 am Start. Die zwei ersten Tickets für Rio wurden schon am Samstag vergeben: die Augsburger Hannes Aigner (Kajak) und Sideris Tasiadis (Canadier-Einer) konnten nach insgesamt drei dominanten Siegen den Sonntag entspannt erfahren.

Die Leistungsspitze hat guten Nachwuchs in allen Bootsklassen.

Wir haben es dieses Jahr wieder in das Junioren-Nationalteam geschafft! Wir sind froh, dass wir die Quali so souverän meistern konnten. Jetzt können die WM in Krakau und die EM in Solkan kommen.“ Eric Borrmann und Leo Braune haben sich bei den zeitgleich stattgefundenen Qualifikationen für die Juniorennationalmannschaft im Canadier-Zweier qualifiziert. Zwei Siege und ein zweiter Platz ließen keine Zweifel aufkommen, wer hier die „Goldhamster“ auf dem Wasser waren. Der Böllberger Canadier-Trainer Martin Trummer war richtig stolz auf seine Zöglinge, zumal sich die beiden auch gut bei den Qualifikationen der Canadier-Einer mit Finalteilnahmen empfohlen haben.

Ebenso stolz war Lisa Fritsches BSV-Heimtrainer Sebastian Winter auf die Nachwuchsfahrerin Stella Mehlhorn im Kajak der Juniorinnen. Die deutsche Meisterin von 2015 konnte sich am letzten Wettkampftag den dringend benötigten Finalsieg erkämpfen, der ihr den Einzug in die Junioren-Nationalmannschaft als drittes Boot einbrachte.

Nicht zu vergessen die anderen Böllberger Athleten, welche nicht minder engagiert gekämpft haben, aber leider unterlagen. Marc Harlak im C1 der Junioren war immer dicht dran, David Franke setzte in Markkleeberg mit seiner Finalteilnahme im Kajak der Herren Leistungsklasse am Sonntag mehr als ein Achtungszeichen. Cedric Trödel und Felix Göttling als jüngstes Boot am Start, kamen im C2 der Junioren ebenfalls in das Finale. Das am Sonntag die Böllberger Kajak Juniorinnen Sarah Tauer, Constanze Feine und Stella Mehlhorn im K1 der Juniorinnen zu dritt unter den besten Acht des Wettbewerbes im Finale standen – ein mehr als respektables Ergebnis.

Die Böllberger Kanuten fahren also in dieser Saison mit vier Booten in die internationalen Wettbewerbe. Das ist gut! Natürlich hätten es mehr sein können. Natürlich hätte es ein Boot nach Olympia schaffen sollen. Das haben die Kanuten aus der Saalestadt leider nicht geschafft. Da fehlte das letzte Quäntchen Glück, aber sie werden die deutschen Farben bei den ausstehenden internationalen Wettbewerben mit kräftigen Akzenten zu malen wissen. Am besten mit Gold. Versprochen!




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