16.11.2016 - DOSB | Presse

KOMMENTAR - Die Duale Karriere

Müssen Sportler Urlaubssemester einlegen, um die Qualifikation für Olympia zu schaffen? Gehen Spitzenathleten nur deshalb zur Polizei, weil sie dort Sport und Karriere am besten vereinen können? Lässt sich das amerikanische System übertragen, wo Sportler ihr Studium am Trainingsplan ausrichten und nicht andersherum? Und: Wollen wir das überhaupt?

Es sind auch solche Fragen, die in der aktuellen Diskussion um eine Reform der Leistungssportförderung auf Antworten warten. Der Begriff Duale Karriere steht im Mittelpunkt, doch ist dabei oft gar nicht klar, worüber eigentlich gesprochen wird. Es geht darum, jungen Athletinnen und Athleten die Chance zu gewähren, einerseits ihre sportlichen Talente zu entfalten, aber gleichzeitig passende Möglichkeiten und Rahmenbedingungen in der schulischen und beruflichen Bildung und später auf dem Arbeitsmarkt zu bieten. Hier liegen noch viele Möglichkeiten, die Zukunft des Leistungssports hierzulande zu gestalten.

Aber vor allem gilt: Auch für das Gelingen dieser Dualen Karriere trägt ein humanes Leistungssportsystem gemeinsam mit seinen Partnern Verantwortung. So wie der Deutsche Olympische Sportbund es seit einigen Jahren mit einem Zehn-Punkte-Programm weiterentwickelt. Auch die vielen Gespräche und Diskussionen dieser Tage gerade mit Athletinnen und Athleten zeigen: Vor allem gilt es dabei, jeden einzelnen Fall für sich zu betrachten. Für jede Sportart, für jeden Sportler müssen individuelle Lösungen gefunden werden, sagt der DOSB-Vorstand Leistungssport Dirk Schimmelpfennig. Denn es gibt sie nicht, die eine klassische Definition der Dualen Karriere im Sport.

Für die einen gilt: Schon während ihrer aktiven Zeit arbeitet ein Athlet an seiner beruflichen Ausbildung, er macht sein Abitur, absolviert ein Studium oder eine Ausbildung – bestenfalls zu angepassten Bedingungen. Der Säbelfechter Max Hartung ist so ein Fall. Ihm habe es ein gutes Gefühl gegeben zu wissen, da sei noch ein anderes Feld, auf dem er gut sei, sagt er. Aber es sei schwierig, es so zu integrieren, dass das jeweils andere nicht leide. Eine harte Zeit – bei Hartung hat das „mit Einschränkung“, wie er sagt, geklappt. Er hat sein Studium in der Regelstudienzeit durchgezogen. Doch es bleibe das Gefühl: Wenn ich mehr Unterstützung gehabt hätte, als Sportler den Bachelor nicht in drei, sondern in fünf Jahren hätte machen können, dann hätte ich alles geschmeidiger, aber auch mit mehr Energie absolvieren können.

Im Tischtennis gibt es andere Beispiele: Dort haben sich viele der Top-Athleten nach der Mittleren Reife voll und ganz auf den Sport konzentriert, um mit den Asiaten mithalten zu können. Sie sind erst nach der Sportkarriere ihren beruflichen Weg gegangen – durchaus erfolgreich.

Wieder andere haben beispielsweise das Angebot der Polizei angenommen, Ausbildung und Sport mit vielen Freiheiten für Training und Wettkampf unter einen Hut zu bringen. Hinzu komme, so sagt beispielsweise die Siebenkämpferin Carolin Schäfer, „das Wissen, danach einen sicheren Arbeitsplatz bei der Polizei zu haben“. Das sei unglaublich viel wert. „Das ist wichtig für den Kopf und macht mich im Sport stark.

Für einen wie den Schwimmer Jan-Philip Glania dagegen hat das nicht gepasst. Er kennt zwar die Vorteile, weiß auch aus einem Trainingsaufenthalt, unter welchen professionellen Bedingungen amerikanische Studenten ihrem Sport nachgehen können. Doch er „wollte einfach Zahnmedizin studieren“ und zugleich Leistungssport treiben, auch wenn sich das Studium darüber zwangsläufig in die Länge zieht. Er habe schließlich vorher gewusst, worauf er sich einlasse, sagt er.

Vieles ist auf dem richtigen Weg. Die Kultusministerkonferenz und Sportministerkonferenz der Länder haben sich beispielsweise auf die Weiterentwicklung der 43 Standorte der Eliteschulen des Sports geeinigt. Auch haben mittlerweile immerhin 8 der 16 Bundesländer eine Quotenregelung bei Studienplätzen für Spitzensportler eingeführt. Doch es gibt nach wie vor große Herausforderungen.

Zum Beispiel dokumentieren das Zahlen aus dem vorigen Jahr, die Athletensprecher Hartung „irgendwie traurig“ findet: Danach geben mehr als ein Drittel der deutschen Spitzensportler vorzeitig auf, weil sie glaubten oder überzeugt seien, sich für einen der beiden Teile der Dualen Karriere entscheiden zu müssen. Die könnten eigentlich ja noch viel leisten, sagt Hartung. In der Tat: Hier bieten sich noch einige Möglichkeiten.

Jörg Stratmann




Deutsche Spitzensportler müssen in ihrer Karriere auf viel Geld verzichten

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Top-Daten 2019 der "Hall of Fame des deutschen Sports"

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Historische Jahrestage erinnern an die "Hall of Fame"-Mitglieder und deren Erfolge

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Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr

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Das Team des Olympiastützpunktes Sachsen-Anhalt wünscht allen Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainern, sowie unseren Förderern und Partnern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in ein glückliches und erfolgreiches neues Sportjahr!

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BMX Sportlerin Rebecca Berg

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Am 12. November 2018 wurde Rebecca Berg neben 34 weiteren Sportlerinnen und Sportlern durch den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Herrn Dr. Haseloff, in das Team Sachsen-Anhalt für Tokio berufen. Die noch junge und aufstrebende Disziplin BMX Freestyle wird ihre olympische Premiere bei den olympischen Spielen in Tokio 2020 erleben. Nun wurde auf einer Pressekonferenz dieses interessante Projekt vorgestellt.

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Sporthilfe startet #staystrongkristina-Fonds

18.12.2018 - Stiftung Deutsche Sporthilfe
Unterstützungsfonds für verunglückte Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel

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Weltcup als gelungene Standortbestimmung

17.12.2018 - BSSA | Presse
Andrea Eskau vom USC Magdeburg ist erfolgreich in die Wintersaison gestartet. Beim Weltcup Para Nordic Skiing im finnischen Vuokatti vom 12. bis 19.12.2018 erkämpfte sie sich in den ersten vier Rennen vier Podestplätze.

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Unterstützung für Sporthilfe-Athleten signifikant ausgebaut: Rund 3.650 Euro Kaderprämie 2018

13.12.2018 - Deutsche Sporthilfe
3,5 Mio. Euro Kaderprämie zur unmittelbaren Unterstützung der Athleten aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat / 959 Athleten profitieren

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Dopingprävention in Sachsen-Anhalt

06.12.2018 - OSP
Im aktuellen Newsletter "Dopingprävention in Sachsen-Anhalt" werden aktuelle Informationen über die Anti-Doping Arbeit in Sachsen-Anhalt dargestellt.

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Alfons Hörmann mit großer Mehrheit als DOSB-Präsident bestätigt

05.12.2018 - DOSB-PRESSE
Die 15. Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat in Düsseldorf das Präsidium für die nächsten vier Jahre gewählt. Die rund 400 Delegierten bestätigten mit großer Mehrheit in geheimer Wahl Alfons Hörmann in seinem Amt als DOSB-Präsident (383 von 444 gültigen Stimmen, 86,3 Prozent). Als Gegenkandidat trat Dr. Martin Engelhardt, Präsident der Deutschen Triathlon-Union (DTU), an, der 61 Stimmen erhielt.

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Mit der Laufbahnberatung sicher in die Zukunft

30.11.2018 - DOSB - Presse
Die Duale Karriere ist in den vergangenen Jahren in den Mittelpunkt des Leistungssports gerückt. Sie wird als die Organisation und Planung der beiden Laufbahnen - Spitzensport und schulisch/berufliche Ausbildung - von der Schule bis zum sicheren Berufseinstieg definiert.

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Grünes Band: Je 5000 Euro Förderprämie für vorbildliche Talentförderung

28.11.2018 - DOSB-Presse
Letzte Station der Deutschlandtour 2018 in Halle: Acht Vereine erhalten die Auszeichnung

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Die Helden von PyeongChang trumpfen auf

26.11.2018 - DBS | Presse
Para Sportler des Jahres 2018: Andrea Eskau, Martin Fleig, die Para Ski nordisch-Staffel und Denise Grahl schnappen sich die Titel – Mit dem DBS-Ehrenpreis wird Heinrich Popow als „Botschafter und Kümmerer des Para Sports“ ausgezeichnet

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Frauen Box – WM: Ornella Wahner ist erste Deutsche Weltmeisterin

26.11.2018 - DBV | Presse
Beste Frauen WM-Bilanz des DBV mit zwei Medaillen

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Antwort der Bundesregierung zur Reduzierung der Leistungssportkader

21.11.2018 - DOSB-PRESSE
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Bundeswehr und KPMG als spitzensportfreundliche Betriebe ausgezeichnet

18.11.2018 - DOSB | Presse
Die Bundeswehr und die KPMG AG wurden bei der 42. Sportministerkonferenz (SMK) in St. Wendel als „spitzensportfreundliche Betriebe 2018“ ausgezeichnet. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), übergab die Auszeichnung am Donnerstag gemeinsam mit dem SMK-Vorsitzenden und saarländischen Sportminister Klaus Bouillon

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Kandidaten für das DOSB-Präsidium und die neue Ethik-Kommission

17.11.2018 - DOSB | Presse
Gemeinsamer Vorschlag der Sprecher der Verbändegruppen und des DOSB

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„Großartige Unterstützung für Athletinnen und Athleten“

16.11.2018 - DOSB | Presse
Die Umsetzung der Leistungssportreform gewinnt dank der Beschlüsse im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (9. November) weiter an Fahrt. „Das ist eine großartige Unterstützung für unsere Athletinnen und Athleten sowie unsere Verbände. Nach vier Jahren harter und intensiver Reformarbeit mit durchaus schwierigen Phasen ist es Dank der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem BMI gelungen, einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur erfolgreichen Umsetzung der Reform zu erreichen“, erklärte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), am Rande der Sportministerkonferenz der Länder in St. Wendel/Saarland.

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Sporthilfe startet Start-up Academy

15.11.2018 - Deutsche Sporthilfe
Werte-Stiftung baut Partnerschaft aus und wird Partner von „Sprungbrett Zukunft“ / DKB, Werte-Stiftung und FUTURY unterstützen Start-up Academy als erstes Angebot im Bereich Entrepreneurship für Athleten / Weitere Angebote für Unternehmensgründer geplant

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Vereidigung der Landespolizei Sachsen-Anhalt

13.11.2018 - OSP
Am 13. November konnte Herr Innenminister Stahlknecht insgesamt 521 Anwärterinnen und Anwärter vereidigen.

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