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27.08.2018

WM Montemor: DKV-Booten gelingt mit zweimal Gold ein Auftakt nach Maß

In den ersten Finalentscheidungen im Kanu-Sprint bei den Weltmeisterschaften in Montemor-o-velho sorgten die DKV-Boote heute Nachmittag über 1000m gleich für einen doppelten Paukenschlag. Sowohl die Titelverteidiger im C2 Oeltze/Kretschmer als auch der K2 der Herren Hoff/Groß holten WM-Gold. Darüber hinaus gab es in den Einerdisziplinen über 500m Silber für Brendel und Liebscher, der Damen-Zweier über 1000m Gebhardt/Brüßler paddelte zu Bronze.

Peter Kretschmer (Leipzig) und Yul Oelte (Magdeburg) konnten ihren WM-Titel verteidigen.
© Bildnachweis: © Ute Freise

Mit einem souverän gestalteten Rennen in der Spitzenpostion vom Start weg bis ins Ziel verteidigten die C2-Weltmeister Yul Oeltze (Magdeburg) und Peter Kretschmer (Leipzig) erfolgreich ihren Titel. Das deutsche Boot parierte zu Beginn der zweiten Streckenhälfte auch den Angriff des Duos aus Kuba und siegte am Ende ungefährdet vor Madrigal/Enrique (CUB) und Shamshurin/Pervukhin (RUS).
Yul Oeltze und Peter Kretschmer schafften damit offenbar ein historisches Ergebnis, denn auch die Experten an der Strecke konnten sich nicht erinnern, dass es einem deutschen C2 über 1000m seit 1990 jemals gelungen war, seinen WM-Titel zu verteidigen. „Das ist ein Riesending, toll, dass wir das geschafft haben“, freute sich Peter Kretschmer und fügte hinzu: „Wir hatten einen sehr guten Start und wenn man einmal vorn liegt, kann man mit den Kräften haushalten. Gegen unseren Endspurt hatten die Kubaner dann nichts mehr gegenzusetzen. Zweimal hintereinander die WM gewonnen zu haben, gibt uns Selbstvertrauen auf dem Weg nach Tokio.“ Auch Yul Oeltze konnte ihren Erfolg kaum fassen: „Es ist unbeschreiblich. Wir haben uns für all die harte Arbeit belohnt. Ich habe mit Peter einen super Partner, auf den ich mich hundert Prozent verlassen kann und umgekehrt, das macht ein super Mannschaftsboot aus.“

Die Medaillenausbeute für den DKV am 25. August komplettierten Jasmin Fritz (Magdeburg) und Steffi Kriegerstein (Dresden) mit Bronze im K2 über 500m hinter den favorisierten Booten Karasz/Kozak (HUN) und Carrington/Ryan (NZL). „Das ist gigantisch, ich bin total happy über die Medaille, denn unser Rennen war eigentlich gar nicht so gut. Aber die Ungarinnen und die Neuseeländerinnen haben uns mit ihrer Welle mitgezogen“, meinte Steffi Kriegerstein nach dem Rennen. Jasmin Fritz fügte hinzu: „Für mich ist es die erste WM bei den „Großen“, ich bin sehr glücklich, dass es gleich mit einer Medaille geklappt hat. Das stärkt die Motivation für die Olympischen Spiele 2020.“
Knapp an einer Medaille vorbei schrammte der C4 der Herren über 500m mit Moritz Adam (Berlin), Michael Müller (Magdeburg), Conrad-Robin Scheibner (Berlin) und Jan Vandrey (Potsdam). Hinter den Booten aus Russland, der Ukraine und Italiens fehlte dem DKV-Vierer eine knappe Zehntelsekunde zu Bronze. Im C1 der Damen über 200m siegte Lisa Jahn (Berlin) im B-Finale. Nina Krankemann (Magdeburg) beendete das B-Finale im K1 der Damen über 500m auf Platz sechs. In den heutigen letzten Entscheidungen der Parakanuten kam Ivo Kilian (Halle) im B-Finale der Klasse VL3 auf Rang fünf.

In den weiteren 500m-Finals am 26. August fuhren Stefan Kiraj (Potsdam) im C1 sowie Yul Oeltze (Magdeburg) und Peter Kretschmer (Leipzig) im C2 ebenfalls jeweils auf Rang fünf.
DKV-Präsident Thomas Konietzko unterstrich nach dem heutigen Finaltag: „Insgesamt waren die Ergebnisse für uns überraschend. Ich hätte bei allem Optimismus nicht gedacht, dass wir so abschneiden würden. Alle haben ihre beste Leistung auf den Punkt hin abgerufen. Das ist ein sehr erfreuliches Resultat der Arbeit des gesamten Trainer-Teams. Was sie hier abgeliefert haben, bewerte ich als hohe Schule im Trainer-Alltag.“

Angesichts der Medaillenbilanz von insgesamt sieben Gold, vier Silber und zwei Bronzemedaillen (vier Gold und je eine Silber und Bronze in den olympischen Disziplinen) schätzte DKV-Sportdirektor und Chefbundestrainer Dr. Jens Kahl zum Abschneiden der Rennkanuten ein: „Wir hatten vor dieser WM etwas Bammel, da wir zwischen den Spielen vor vier Jahren in Moskau unter unseren Möglichkeiten geblieben waren. Aber wir haben daraus die richtigen Schlüsse gezogen, das Trainerteam verändert, das Training wissenschaftlich unter die Lupe genommen und das Bootsmaterial mit Hilfe der FES optimiert. Das hat sich nicht nur kurzfristig, sondern auch nun langfristig ausgezahlt. Der Schatten, der zu Beginn der Saison beim Weltcup in Duisburg noch über unserem Abschneiden lag, ist nun eingedampft. Und das nich nur, weil hier in Portugal die Sonne höher steht, sondern weil in und um die Mannschaft gut gearbeitet wurde. Das Ergebnis hier in Montemor liegt jedenfalls über unseren Erwartungen.“


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