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21.02.2022

OWS 2022: Francesco Friedrich – sechster Olympia-Start, viertes Olympia-Gold! Hansi Lochner holt wieder Silber

• 31-Jähriger Sachse auch in Yanqing unbezwingbar
• Johannes Lochner holt "total happy" zweite Silbermedaille
• Christoph Hafer um sechs Hundertstel an Bronze vorbei – Rang 4
• BSD schließt Olympia mit neunmal Gold, sechsmal Silber und einmal Bronze sagenhaft ab

Team Friedrich
© Bildnachweis: Viesturs Lacis

Yanqing (bsd, hb/20.02.2022) Er hat es wieder getan: Francesco Friedrich holte in seinem sechsten Olympia-Rennen zum vierten Mal Gold. Damit zieht der 31-jährige Sachse im Bezug auf Siege im Zeichen der fünf Ringe mit dem großen André Lange gleich, der von 2002 bis 2010 zusätzlich noch einmal Silber für seinen Trophäenschrank holte. Nachdem es 2014 in Sotschi (Friedrich Achter und Zehnter) keine Medaille für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) gegeben hatte, konnten bei den zwei folgenden Spielen in Pyeongchang 2018 und nun in Peking beide Herren-Konkurrenzen jeweils vom überragenden Bob-Piloten (66 Weltcup-Siege) der vergangenen Jahre, Francesco "Franz" Friedrich, gewonnen werden.

In China hatte der Champion auf seine Anschieber Thorsten Margis, Candy Bauer und Alexander Schüller vertraut – eine Rechnung, die zu 100 Prozent aufging: Das Quartett harmonierte perfekt und erzielte viermal die Start- und dreimal die Laufbestzeit, einmal gehörte diese Johannes Lochner. Die Rekordmarken: 4,82 Sekunden oben (Friedrich im zweiten Lauf), 58,13 Sekunden im Ziel (Lochner im ersten Durchgang).

Der Jubel fiel entsprechend aus, Doppel-Doppel-Olympiasieger Friedrich sagte überglücklich: "Es fiel eine Last von den Schultern. Wir waren froh, die Eins gesehen zu haben, als wir unten ankamen. Wir sind wahnsinnig glücklich. Ohne die Startzeiten und die mentale Unterstützung des ganzen Teams wäre das nicht möglich gewesen – weil sie uns alles abgenommen haben, das sie uns abnehmen konnten. Jetzt freuen wir uns, morgen im Flieger zu sitzen und nach vier Wochen endlich wieder nach Hause zu kommen."

Das schönste Gefühl der Welt
Nicht weniger groß fiel die Freude bei Hansi Lochner und seiner Crew mit Florian Bauer, Christopher Weber und Christian Rasp aus. Am Ende lagen sie 37 Hundertstel hinter Friedrichs Team, holten sich jedoch sicher Silber, das zweite für Pilot Lochner und Anschieber Bauer in China. Auf Justin Kripps (3.) hatte das deutsche Quartett 42 Hundertstel Vorsprung. Lochner ist wie Friedrich 31 und meinte zu diesem glänzenden Olympia-Abschluss: "Wegen diesen Medaillen habe ich nach Pyeongchang nochmal vier Jahre weitergemacht. Ich wollte einfach so ein Ding um den Hals hängen haben, das war für mich das Allerwichtigste. Ich bin einfach nur happy, dass das jetzt alles so geklappt hat. Das ist gerade das schönste Gefühl der Welt." Zu Teamkollege Friedrich meinte Lochner: "Er muss patzen, damit man ihn schlagen kann. Wenn er so startet, das beste Material hat er sowieso, ist einfach kein Vorbeikommen. Das müssen wir akzeptieren, natürlich ist das auch ein bisschen frustrierend. Es ist aber auch keine Schande, gegen ihn zu verlieren – weil es nur noch krass ist, was er seit Jahren abliefert."

Im dritten Lauf hatte Hansi Lochner weitere 17 Hundertstel auf "Franz" Friedrich verloren, lag insgesamt 0,2 Sekunden zurück. Nach vier Läufen waren es 37 Hundertstel. Christoph Hafer hatte mit Michael Salzer, Matthias Sommer und Tobias Schneider 73 Hundertstel insgesamt, jedoch nur acht hinter dem Bronzeplatz gelegen. Diesen belegte weiterhin Justin Kripps (+ 0,65). Die Medaille war für den Bad Feilnbacher also noch immer drin. Letztlich verfehlte sie der 29-Jährige nur um sechs Hundertstel, Kripps holte Rang 3 (+ 0,79).

Viele Mitfavoriten strauchelten
Einige Mit-Favoriten aufs Podest landeten im Feld: Oskars Kibermanis (+ 0,97) aus Lettland wurde Fünfter, Brad Hall (+ 1,42) aus Großbritannien Sechster, der Russe Rostislav Gaitiukevich (+ 1,85) Siebter. Der in der Vorsaison so starke Benjamin Maier (+ 3,19) aus Österreich landete an der 12. Position. Seine fünften und letzten Olympischen Spiele bestritt der Brasilianer Edson Luques Bindilatti, 42 Jahre alt: Rang 20 (+ 4,18), er hatte gerade noch den finalen Durchgang erreicht. Das Ende des 28er-Feldes zierte "Exoten"-Bob Jamaica mit Pilot Shanwayne Stephens und buntem "Glücksei" an Bord – über acht Sekunden fehlten ihm nach dem dritten Lauf auf Friedrich.

Eine goldene Generation
BSD-Bob-Cheftrainer René Spies bilanzierte die Spiele emotional stark berührt: "Pyeongchang war schon super, mit dreimal Gold. Wenn du dann hierher fährst, denkst du, vielleicht ist das nochmal möglich. Jetzt ist sogar noch mehr rausgekommen, viel mehr, als wir uns erhofft hatten. Es war wieder ein krasses Jahr, mit Corona und so weiter. Am Ende sieht alles so leicht aus, aber es war wieder ein harter Weg, vier Jahre mit vielen Hürden. Hansi hat beispielsweise die ganze Zeit an einer Oberschenkelblessur laboriert. Wir hatten ständig Angst, dass wir Corona-positiv sind. Ein Riesen-Kompliment an die Mannschaft, dass sie die wahnsinnigen Maßnahmen mitgegangen sind. Alle sind Vollprofis, eine goldene Generation. Was unsere Leute in dieser Saison fahrerisch gezeigt haben, war absolute Oberklasse. Wir haben das Feld sportlich dominiert – das ist auch für den Trainerstab etwa ganz besonderes."

Fazit: Das waren die Olympischen Spiele im Yanqing Sliding Centre: Die deutschen Kufensportler – Rennrodeln, Skeleton, Bob – holten hier sagenhafte neun Goldmedaillen, sechsmal Silber und einmal Bronze, also insgesamt 16 Mal Edelmetall.

– Fotos: Lacis Viesturs

www.bsd-portal.de/der-bsd/news/#8957


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