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30.06.2022

Florian Wellbrock schwimmt bei der WM über 10km zur Bronzemedaille

Fünfte Medaille im fünften Rennen für Florian Wellbrock: Bei der WM in Budapest (HUN) schlug der 24-Jährige vom SC Magdeburg im Freiwasserrennen über 10km am Mittwoch nach 1:51:11,20 Stunden als Dritter an und zog damit mit einem ganz Großen des deutschen Schwimmsports gleich.

© Bildnachweis: Eroll Popova

Denn eine derart erfolgreiche Weltmeisterschaft konnte als einziger deutscher Mann bisher nur Michael Groß vorweisen. Der “Albatros” hatte 1982 in Guayaquil (ECU) zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze aus dem Becken gefischt. Wellbrock hatte in Ungarn zuvor schon über 5km und mit der Teamstaffel jeweils Gold und im Becken über 800m Freistil Silber und über 1500m Bronze gewonnen.

Allerdings musste der Magdeburger nach dem Anschlag noch einige Minuten bangen, ehe das Zielfoto ihn als Drittplatzierten knapp vor dem Franzosen Marc-Antoine Olivier (1:51:11,50) bestätigte. Gold und Silber ging jeweils nach Italien: Gregorio Paltrinieri triumphierte nach 1:50:56,80 vor seinem Landsmann Domenico Acerenza (1:50:58,20) und sicherte sich damit das Double mit Siegen über 1500m Freistil und über 10km, das vor drei Jahren bei der WM in Gwangju (KOR) auch Florian Wellbrock geholt hatte.

“Mein Gefühl ist recht zwiegespalten gerade”, meinte dieser nach dem Rennen. “Es ist der zweite Titel, den ich nicht verteidigen konnte, aber dennoch bin ich mit der Bronzemedaille sehr happy. Ich habe gestern schon gemerkt, dass es wirklich schwer ist, nach dieser Dauerbelastung zu regenerieren, und heute wieder einem guten Gefühl zu starten. Deswegen bin ich mit Bronze auch eigentlich mehr als zufrieden.” Mit insgesamt neun Medaillen hat das Team des Deutschen Schwimm-Verbands e.V. (DSV) bereits vier Tage vor dem Ende der WM jetzt auch schon die Ausbeute der Weltmeisterschaften von 2019 übertroffen, als es insgesamt acht Mal Edelmetall zu feiern gab.

Bei extremer Hitze im und rund um den über 28 Grad warmen Lupa-See, einer Freizeitoase im Norden der ungarischen Hauptstadt, hatte sich Wellbrock nach dem ersten Kilometer an die Spitze des Feldes gesetzt und diktierte von dort konsequent das Tempo. Wenn sich die Konkurrenz mal nach vorn zu ihm wagte, zog er stets sofort an, dem Kraulen im Gewühl des Feldes ging er so maximal konsequent aus dem Weg. Andere, wie beispielsweise Lokalmatador Kristóf Rasovszky (HUN), hatten mit Wellbrocks Tempo und den schwierigen Bedingungen schwer zu kämpfen. Nach knapp einer Stunde stieg der Gesamtweltcupsieger des Vorjahres bei der Hälfte des Rennens aus.

Doch Wellbrocks Führungsarbeit wurde nicht belohnt. In der letzten von sechs Runden zogen die Gegner das Tempo an, Paltrinieri und Acerenza sowie der Franzose Olivier suchten ihr Heil in der Flucht. Noch einmal konnte Wellbrock kontern, doch auf den letzten 500 Metern musste er die beiden Italiener dann ziehen lassen. Den Franzosen aber kämpfte er im Zielsprint noch nieder. “Die Jungs waren bärenstark hinten raus. Domenico war nur fürs Freiwasser angereist, Gregorio hat wahrscheinlich ein bisschen mehr Routine im Regenerieren, der macht das schon ein bisschen länger als ich. Von daher kann ich da erhobenen Hauptes zur Siegerehrung gehen und mich über die Bronzemedaille freuen”, sagte Wellbrock. Darauf angesprochen, dass er nun sogar mich Michael Groß gleichziehen konnte, meinte er: “Es ist eine Riesenehre, keine Frage. Es ist das, wofür man am Ende das ganze Jahr arbeitet, um dann am Ende beim Top-Event oben stehen zu können. Und wenn man das dann auf fünf Strecken fünfmal schafft, dann ist das schon etwas sehr besonderes.”

Auch der zweite deutsche Starter Niklas Frach (SV Gelnhausen) zeigte ein starkes Rennen und keine Scheu vor der Konkurrenz. Am Ende stand für ihn nach 1:51:45,80 Stunden ein ausgezeichneter siebter Platz zu Buche. “Ich bin super happy. Eine Top-10-Platzierung war der absolute Traum, und dass ich es jetzt sogar auf den siebten Platz geschafft habe, ist einfach der Wahnsinn”, freute er sich, zumal er sich noch bei den 5km nicht 100-prozentig fit gefühlt hatte. “Ich bin super stolz, dass das jetzt so gut geklappt hat und ich mich die ganze Zeit so an der Spitzengruppe festhalten konnte. Ich bin absolut happy.


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