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06.02.2023

Viererbob: Fünfter WM-Titel für Francesco Friedrich im großen Schlitten!

• Olympiasieger dominiert mit Thorsten Margis, Candy Bauer und Alexander Schüller
• Geteilter 2. Platz für Brad Hall und Emils Cipulis
• Hansi Lochner muss Team erneut ändern und wird undankbarer Vierter
• Christoph Hafer an 6. WM-Position, Junioren-Weltmeister Nico Semmler guter Achter

St. Moritz (bsd, hb/05.02.2023) Er hat es wieder getan: Francesco Friedrich ist mit seiner Vierer-Crew erneut Weltmeister, zum fünften Mal. Insgesamt ist es sein zwölfter WM-Titel!

Vor dem dritten Lauf der Viererbob-WM in der Schweiz musste Johannes Lochner einen weiteren Wechsel in seinem Anschub-Team vornehmen: Dem gestrigen, verletzungsbedingten Ausfall von Christian Rasp, der durch Joshua Tasche ersetzt wurde, folgte heute der krankheitsbedingte von Georg Fleischhauer (Fieber), mit dem Lochner vor einer Woche Weltmeister im Zweier geworden war. Der Potsdamer wurde jetzt, an der Dreier-Position im Schlitten, durch den Nürnberger Kevin Korona (Mitteldeutscher Sportclub Magdeburg) aus dem Hafer-Team ersetzt. Für Lochner & Co., der für diesen großen Zusammenhalt innerhalb des deutschen Teams dankbar ist, blieb es nach Durchgang drei bei Rang 4, schon deutlich über sieben Zehntel hinter dem Podium. Den Bronzeplatz belegte weiter überraschend der Lette Emils Cipulis mit seinem Team, 0,40 Sekunden hinter der Spitze.

Diese gehörte weiterhin Francesco Friedrich, Thorsten Margis, Candy Bauer und Alexander Schüller. Der Vorsprung auf den Briten Brad Hall (2.) war allerdings auf acht Hundertstel zusammengeschmolzen und versprach ein enorm spannendes Finale um WM-Gold in der Bob-Königsklasse. Platz 5 blieb derweilen in der Hand von Christoph Hafer, Michael Salzer, Matthias Sommer und Tobias Schneider (+ 1,31), nicht weit hinter dem Team Lochner. Nico Semmler, Marvin Paul, Oliver Peschk und Rupert Schenk standen vor der Entscheidung "allein" an der 8. Position (+ 1,69), weil sie sich vor den zuvor zeitgleichen Italiener Patrick Baumgartner schoben.

Hansi Lochner von Rang 4 genervt
20 Teams aus zwölf Nationen durften auch den endgültig letzten WM-Lauf dieser Saison bestreiten: Und Francesco Friedrich packte einmal mehr richtig einen aus – Bahnrekord, aus nur acht Hundertstel Vorsprung machte der Sachse 69. Den Silberrang teilten sich letztlich die nach vier Läufen tatsächlich zeitgleichen Brad Hall (GBR), der mit einer Bande nach dem Horse-Shoe alle Titel-Chancen vergab, und Emils Cipulis (LAT). Hansi Lochner landete auf Rang 4, am Ende 1,43 Sekunden hinter dem Team Friedrich: "Der 4. Platz nervt mich heute natürlich ein bisschen, klar. Morgen ist das aber vergessen. Das ist Sport, das gehört dazu. Heute waren die anderen einfach besser. Jetzt schauen wir, dass wir es in Innsbruck und Sigulda besser machen und nochmal zwei saubere Rennen hinbekommen – da wollen wir auf alle Fälle jeweils aufs Podest, das ist schon mein Anspruch. Der Sieg in der Zweier-Gesamtwertung muss jetzt schon her", so Lochner abschließend.

Mit neuen Kufen angereist
Sieger Francesco Friedrich meinte in Anwesenheit seiner Frau und seines großen Fanclubs aus Pirna zufrieden: "Wir haben nochmal an jedem Detail gefeilt, sind mit neuen Kufen angereist, haben uns die Sitzpositionen nochmal angeschaut und uns für den richtigen Schlitten entschieden. Da hat alles gepasst. Im dritten Lauf war nochmal ein Wackler, wie schon im ersten. Dafür waren die Durchgänge zwei und vier so gut, dass es am Ende doch relativ deutlich gereicht hat."

Christoph Hafer verlor mit seiner Truppe final noch eine Position, wurde WM-Sechster (+ 1,86). Junioren-Weltmeister Nico Semmler pilotierte seinen Schlitten schlussendlich an die sehr gute 8. Stelle (+ 2,31) unter den insgesamt 20 Konkurrenten: "Natürlich hatten wir uns eine bessere Platzierung vorgestellt, Platz 6 wäre schon drin gewesen – dafür hatten wir aber vor allem im ersten Lauf zu viele Fehler drin. Im Großen und Ganzen sind wir für unser erstes internationales Rennen auf dieser Ebene aber wirklich zufrieden. Die Stimmung hier macht auch alles wieder gut."

Christoph Hafer bilanzierte: "Wir sind nicht zufrieden, mit diesem 6. Platz. Am Start waren wir wirklich gut dabei, in der Bahn habe ich es dann leider verfahren. Die Jungs haben alles gegeben, darum tut es mir für sie leid. Es wäre mehr drin gewesen, auch wenn die ersten Drei zu weit weg sind. Vielleicht lag's auch ein bisschen am Material, wir werden das natürlich ganz genau auswerten. Es ist vorbei, jetzt schauen wir weiter."

Eine starke Konkurrenz
Cheftrainer René Spies sagte zum WM-Abschluss: "Gestern und heute war ein Auf und Ab der Gefühle. Hall und Cipulis waren extrem stark. Sie haben Franz an den Rand einer Niederlage gebracht, somit hatten wir mit Hansi und Christoph hier keine Chance, noch vorne einzugreifen. Also die Konkurrenz war schon sehr stark. Am Ende setzte sich die Klasse von Francesco durch. Die Wechsel im Team Lochner bringen natürlich Unruhe rein, das ist doch klar – vor allem, wenn du dann schon mit Abstand auf Bronze dastehst. Dass die Abstimmung dann nicht so stimmt, ist normal und verständlich. Aber die Ersatzjungs haben das trotzdem super gemacht."

Für die Abschluss-Weltcups in Igls und Lettland kündigte Spies an, den jungen BSD-Nachwuchspiloten weitere Rennerfahrungen zu ermöglichen (mehr dazu dann in unseren Vorberichten auf die jeweiligen Wochenenden).

– Fotos: Viesturs Lacis
– Text: Hans-Joachim Bittner



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