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19.07.2023

Florian Wellbrock wird Weltmeister über 5km – Deutschland dominiert die Freiwasserrennen in Japan

Am frühen Dienstagmorgen machte Florian Wellbrock (SC Magdeburg) die perfekte Serie für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) mit einem überragenden 5km-Rennen komplett und sicherte in 53:58,0 Minuten die vierte von vier möglichen Goldmedaillen in den Einzelrennen im Freiwasser für Deutschland. Nur wenige Stunden zuvor hatte Leonie Beck (SV Würzburg 05) ebenfalls Gold auf der gleichen Strecke der Frauen geholt.

„Das Freiwasser ist bis jetzt perfekt gewesen, auch mit der Titelverteidigung über die fünf Kilometer und vor allem dem vierten Titel für Deutschland. Wir haben jetzt vier Starts weg, fünf Medaillen fürs Team, das ist unglaublich”, freut sich der Magdeburger. Auch Leistungssportdirektor Christian Hansmann war voller Lob für das DSV-Team: „Mir geht hier das Herz auf. Es ist Wahnsinn, absolut stark, historisch. Vier Rennen, viermal Gold, einmal Bronze auf einer olympischen Strecke plus Olympiaticket – besser geht's nicht. Auch wie die Sportler*innen geschwommen sind: dominant, ohne Fotofinish, es war einfach Können.”

Taktisch war das Rennen im Seaside Momochi Beach Park keine Überraschung. Kurz nach dem Start übernahm Florian Wellbrock die Führung, und seiner gnadenlosen Tempohatz konnten schon da nur wenige folgen. Gegen Mitte des Rennens waren es lediglich noch die beiden Italiener Domenico Acerenza und Gregorio Paltrinieri, die mit Wellbrock mithalten konnten, und mit Beginn der letzten von insgesamt drei Runden war klar, dass diese drei die Medaillen unter sich ausmachen würden. Auf den letzten 500 Metern lagen bereits über 20 Sekunden zwischen dieser Spitzengruppe und den nächsten Schwimmern.

Nachdem Wellbrock schon das gesamte Rennen über die Führung inne hatte, demonstrierte er seine Überlegenheit nochmal eindrucksvoll auf den letzten zwei- bis dreihundert Metern, als er den Turbo noch einmal anschmiss und mit starker Beinarbeit ganze 4,5 Sekunden Vorsprung zu seinen Verfolgern herausholte und so souverän zu Gold schwamm. „Ich hatte die Italiener die ganze Zeit auf dem Zettel. Ich war mir sehr sicher, dass die nach den zehn Kilometern richtig Wut im Bauch hatten und hungrig auf die Medaillen waren, und das haben sie heute bis zum letzten Meter gezeigt”, so Wellbrock. Doch auch mit diesem Medaillenhunger war der deutsche Topstar nicht mehr einzuholen. Dauerrivale Paltrinieri (54:02,5) musste sich hinter Wellbrock mit Silber zufriedengeben, Bronze ging an dessen Landsmann Acerenza (54:04,2). „Man merkt, dass wir in der Vorbereitung einiges richtig gemacht haben. Die anderen anscheinend nicht ganz so, denn die Dominanz war schon frappierend, sonst war das Feld dichter. Wir sind super zufrieden, das war ein toller Erfolg. Ich hätte bei der Leistungsdichte, die es international gibt, nicht gedacht, dass Vierfachgold noch möglich ist”, sagte Bundestrainer Lange Strecken Bernd Berkhahn.

Wellbrock ist damit der erste Schwimmer seit Thomas Lurz, der seinen WM-Titel über 5km erfolgreich verteidigen konnte. Dieser hatte von 2005 bis 2011 sogar viermal hintereinander Gold auf dieser Strecke gewonnen. Die beiden Deutschen sind zudem die einzigen Athleten in der WM-Geschichte, denen das Double mit Siegen über 10km und 5km bei derselben Weltmeisterschaft gelungen ist.

Auch Oliver Klemet (SG Frankfurt), der am Wochenende bereits die Bronzemedaille auf der olympischen 10km-Strecke sicherte, konnte auf der halb so langen Strecke erneut überzeugen und einen starken vierten Platz (54:57,2) für Deutschland holen. „Ich glaube, wir machen einen enorm guten Job. Die Stimmung im Team ist wahnsinnig gut. Wir haben richtig Bock auf das Event hier und auf das, was noch kommt, und das merkt man einfach. Die Athlet*innen supporten sich untereinander, der Staff ist immer da und bereit und gibt Feuer. Und ich glaube, dass auch das dieses Jahr der Schlüssel für diesen enormen Erfolg ist”, erklärte Wellbrock die bisherigen Glanzleistungen des deutschen Teams.


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