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18.09.2023

WM Kanu-Slalom vom 19. bis 24. September: Es geht um die Olympia-Quotenplätze

Die Weltmeisterschaften im Kanuslalom und Kajak-Cross im britischen Lee Valley London sind eröffnet. Am Sonntagabend fand die feierliche Zeremonie nahe des Wildwasserkanals in Waltham Abbey statt. Dabei hat C1-Weltmeisterin Andrea Herzog vom Leipziger KC als Fahnenträgerin das deutsche Team angeführt. Die WM-Wettkämpfe starten mit den Team-Wettbewerben am Dienstag. Die Medaillen in den Einzelwettkämpfen werden am Freitag, Samstag und Sonntag ausgekämpft.

Eine WM ist immer der Saison-Höhepunkt. Diesmal geht es aber in den Kanuslalom-Disziplinen auch um die Quotenplätze für Paris 2024, um die 50 Nationen kämpfen. Zudem werden die Augen auch wieder auf die Deutschen gerichtet sein, denn in drei von fünf Disziplinen holten die Deutschen den Weltmeistertitel im vergangenen Jahr in Augsburg. Es war ein Sommermärchen, neben dreimal Gold gewannen die Deutschen noch drei Bronzemedaillen. Hinzu kamen zweimal Gold und einmal Silber in den nicht-olympischen Team-Wettbewerben.
Die Anlage in Lee Valley wurde für die Kanuslalom-Wettbewerbe der Olympischen Spiele 2012 in London gebaut und war seither Austragungsort weiterer Großveranstaltungen, darunter die Weltmeisterschaften 2015 und zwei Weltcups 2014 und 2019. Die 300 Meter lange Wettkampfstrecke hat ein Gefälle von 5,5 Meter. 13.000 Liter Wasser werden jede Sekunde hinuntergepumpt. Es ist eine gewaltige Wettkampfstrecke, die technisch und physisch alles abverlangt. Die Deutschen hatten im Vorfeld mehrere Trainingslager in Lee Valley absolviert, um sich optimal auf die WM vorzubereiten. Olympiasiegerin und Doppelweltmeisterin im Kajak-Einer, Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach), hat sehr gute Erinnerrungen an die Strecke. „2015 konnte ich hier meine erste WM-Medaille gewinnen. Die Strecke ist megacool. Sie ist schwer, sehr anspruchsvoll, aber sie macht auch unglaublich viel Spaß. Man muss hier unglaublich viel trainieren. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie die Tore hängen könnten. Dementsprechend muss man viel vorbereiten“, erklärte Funk.
Ebenfalls als Weltmeisterin reist Andrea Herzog an. Sie hatte keinen guten Start in die Saison, meldete sich aber beim letzten Weltcup vor der WM stark zurück. Die Leipzigerin hatte die Sommerpause zudem genutzt, um einen Bootswechsel vorzunehmen. Sie mag ebenfalls die Strecke in London, deshalb sei sie glücklich, dass es so viele Trainingslehrlänge gab. „Nach Seu hatte ich eine leichte Erkältung, bin inzwischen aber wieder vollkommen fit und hatte auch keine Trainingseinschränkungen“, sagte sie.
C1-Weltmeister Sideris Tasiadis (KS Augsburg) möchte seinen Titel verteidigen. Mit Vorfreude schaut er auf die Veranstaltung, „ich bin gespannt, ob das auch so wie in Augsburg wird.“ Den Quotenplatz habe er etwas im Hinterkopf, aber das solle eher Nebensache sein. „Ich will meine bestmögliche Leistung auf den Punkt bringen. Als Weltmeister hierherzukommen ist schon noch eine andere Aufgabe“, meinte Tasiadis. „Da ist schon ein bisschen ein anderer Druck da.“ Nach ein paar Rückenproblemen über den Sommer sei er nun wieder fit.
Große Konkurrenz für Tasiadis kommt natürlich von Franz Anton (Leipziger KC), dem WM-Dritten von Augsburg und Weltmeister aus dem Jahre 2018. An London habe er gute Erinnerungen, zur WM 2015 holte er zusammen mit Jan Benzien im C2 seinen ersten Weltmeistertitel. „Ich finde die Strecke einfach klasse, weil es sehr starkes und schnelles Wildwasser ist. Der Anspruch ist sehr hoch. Hier wird definitiv von allen Leuten das Können abgefordert.“ Als Ziel formuliert er, „ich möchte sehr gern aufs Podest.“ Dabei avisiert er den zweiten Platz an. „Letztes Jahr bei der WM dritter Platz, dieses Jahr zweiter Platz und dann nächstes Jahr Olympiasieg.“ An Quotenplatz oder Bonuspunkte für das Olympia-Ticket denke er nicht, das sei nettes Beiwerk, „was sowieso kommt, wenn man den Medaillenplatz errungen hat.“
Für den in dieser Saison besten Kajakpaddler Hannes Aigner (Augsburger KV) läuft aktuell alles nach Plan. Er merke aber immer noch, „dass ich über den Sommer zwei Monate lang nicht anständig trainieren konnte.“ Grund war seine Bauchmuskelverletzung. Im Training würde bei dieser Strecke nicht immer alles klappen, was auch normal bei diesem schwierigen Wildwasser sei, „aber das hat man dann auch manchmal im Hinterkopf.“ Für ihn sei erst einmal wichtig, einen guten Wettkampf zu fahren.

Der dritte C1-Paddler Timo Trummer (KV Zeitz), der einen sehr guten fünften Platz bei den European Games erzielte, sagte, „das Training läuft gut.“ Nach anfänglichen Schwierigkeiten fühle er sich jetzt wohl auf dem Kanal.
Die Erfahrenste aus dem Team, Kajakpaddlerin Jasmin Schornberg (KR Hamm) verbindet schöne Erinnerungen mit London, als sie 2012 Fünfte die den Olympischen Spielen wurde. „Da ich hier ohne meine Tochter bin, kann ich mich voll und ganz auf den Wettkampf konzentrieren“, sagte sie.
Ganz große Konkurrenz ist natürlich von den Briten zu erwarten. Schließlich ist es ihre Heimstrecke, zudem sind sie ohnehin sehr stark, egal auf welchem Kanal. Es wird also spannend, ob es diesmal ein Spätsommermärchen für die Briten wird oder ob die Deutschen da etwas dagegen haben.

Das deutsche Team:
Hegge, Noah, KS Augsburg, K1 & Kajak-Cross
Hengst, Stefan. KR Hamm, K1 & Kajak-Cross
Aigner, Hannes, Augsburger KV, K1 & Kajak-Cross
Tasiadis, Sideris, KS Augsburg, C1
Anton, Franz, Leipziger KC, C1
Trummer, Timo, KV Zeitz, C1
Lilik, Elena, KS Augsburg, K1, C1 & Kajak-Cross
Funk, Ricarda, KSV Bad Kreuznach, K1 & Kajak-Cross
Schornberg, Jasmin, KR Hamm, K1
Herzog, Andrea. Leipziger KC, C1
Bayn, Nele, Leipziger KC, C1


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