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05.08.2026

Junioren & U23 Europameisterschaft Èpinal (Frankreich) 04.-09.08.2026

Zwei Silbermedaillen und zwei Löcher im Boot

Die beiden Kajak-Damen-Teams in der U18 und U23 jeweils den Vize-Europameistertitel einfahren.
© Bildnachweis: Philipp Reichenbach

Am ersten Tag der Nachwuchs-Europameisterschaften konnten die beiden Kajak-Damen-Teams in der U18 und U23 jeweils den Vize-Europameistertitel einfahren. Auf dem engen Wildwasserkanal und knapper Fahrtlinien musste dabei aber auch das Material leiden.

Bereits am Vormittag hatten alle deutschen Kajak-Boote den Einzug in das Semifinale gesichert und konnten damit motiviert in die Teamentscheidungen am Nachmittag einsteigen.
Besonders hervor stach in den Vorläufen dabei die Fahrt des Leipzigers Jakob Ungvari, der sich mit einem schnellen und fehlerfreien Lauf auf dem zweiten Rang platzierte. Nur hauchdünne 0,13 Sekunden trennten ihn sogar vom Slowaken Duda und der schnellsten Fahrtzeit unter den Junioren. Mit Neele Krech (LKC Leipzig) und Nelian Laryea (WSC Lippstadt) auf den vierten sowie Kilian Käding (LKC Leipzig) und Paulina Pirro (KSV Bad Kreuznach) mit jeweils fünften Rängen zeigte das deutsche Team darüber hinaus, dass gleich mehrere Sportlerinnen und Sportler in Richtung einer Finalteilnahme und letztlich auch den Medaillen blicken.

Bei den Mannschaftsentscheidungen durfte das Deutsche Team gleich zwei Mal jubeln, als beide Damen-Teams im Ziel eine Medaille sicher hatten. Gleich zu Beginn legten die Juniorinnen vor. Zwar musste Bundestrainer Michal Trummer eingestehen, dass es die jungen Damen an manchen Stellen auch ziemlich eng gestaltet haben - vielleicht war es aber auch genau diese knappe Linie, die den Deutschen letztlich einen Podiumsplatz sicherten. Als Britta Jung, Nova Müller und Neele Krech über die Ziellinie kamen, leuchtete die Anzeige erst einmal grün – ein Zeichen für die Führung. Diese konnten ihnen die folgenden Spanierinnen mit insgesamt zwanzig Strafsekunden vorerst nicht nehmen. Nur die tschechischen Teamkolleginnen zeigten einen fehlerfreien Lauf und übernahmen schließlich die verdiente Führung. Im Ziel musterte Neele Krech auch erst einmal das Boot von Mitstreiterin Nova Müller. Am zweiten Aufwärtstor ging es zwischen beiden im Reißverschlussverfahren etwas zu eng zu, sodass es zur Kollision auf der Strecke kam und das Unterschiff von Müller beschädigt wurde.

Noch schlimmer erging es kurz darauf den Junioren im Team. Auch sie fuhren eine enge Linie und versuchten, die Mannschaft möglichst kompakt zusammenzuhalten. Doch auf dem recht engen Wildwasserkanal von Èpinal konnte Simon Ecker nicht mehr rechtzeitig die Spitze in Aufwärtstor vier eindrehen und traf den gerade in diesem Moment ausfahrenden Teamkollegen Kilian Käding seitlich. Durch die Wucht des Aufpralls war hier jedoch nicht nur ein oberflächlicher Schaden entstanden. Mit einem Loch in der Bootswand schaffte es der 18-jährige gerade noch in das nächste Kehrwasser, ehe er untergehen zu drohte. Die Fahrt war für die drei Leipziger damit vorzeitig zu Ende, sodass sie nicht mehr um die Medaillen mitkämpfen konnten.

Für das zweite silberne Edelmetall des Tages sorgten Paulina Pirro, Antonia Plochmann und Mina Blume. Die drei Damen der U23-Altersklasse zeigten einen fehlerfreien Lauf bis zum letzten Tor. Dort mussten aber zwei der drei Teamkameradinnen eine Berührung in Kauf nehmen, was Pirro erst einmal Grund zum Ärgernis bereitete. Entsprechend ungläubig schauten die drei, als im Ziel dann doch ein zweiter Rang auf dem Display aufleuchtet. Kurz darauf war der Ärger über das letzte Tor dann vergessen und es überwog die Freude über die sichere Medaille. Als dann auch noch die letztgestarteten Tschechinnen mit einer 50-Sekunden-Strafe angezeigt wurden, war für die drei Damen klar, dass sie die Silbermedaille sicher hatten.

Zum Abschluss des Tages konnten die Herren der U23-Altersklasse um Nelian Laryea, Jonas Büchner und David Becke ebenfalls nicht an die Erfolge der Damen anknüpfen. Mit insgesamt acht Strafsekunden ausgestattet hatten die drei Kajak-Spezialisten einfach ein paar Berührungen zu viel auf der Strecke gelassen, um in die vorderen Ränge hineinzufahren.

Den morgigen Tag überlassen die Kajak-Spezialisten erst einmal den Kollegen der Canadier-Disziplinen. Dann wird die Zeit auch für das Reparieren der beiden Boote genutzt werden müssen, um am Freitag in den Semifinals wieder am Start stehen zu können.

Text: Philipp Reichenbach
Fotograf: Philipp Reichenbach


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