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07.08.2026

EM-Edelmetall für alle Canadier-Teams

Nachdem sich auch in alle deutschen Canadier-Boote im Heat für die Semifinals qualifizieren konnten, durfte sich jeder von ihnen am Nachmittag auch noch mit einer Medaille in den Mannschaftsrennen belohnen. Mit zwei frisch gebackenen Europameistern und zwei Bronzemedaillen lässt das Nachwuchs-Nationalteam damit weiterhin positiv auf die anstehenden Einzelentscheidungen blicken.

© Bildnachweis: Philipp_Reichenbach

Was tags zuvor die Kajaks vorgelegt hatten, sollte sich auch am zweiten Wettkampftag gleichermaßen positiv wiederholen. Alle 24 gestarteten deutschen Boote nahmen die Hürde des Vorlaufs und sicherten sich die Tickets für die Semifinals. Auch hierbei konnten wieder einige Nachwuchsathleten einen besonderen Wink in Richtung der Entscheidungen setzen. Die bereits im Kajak souverän gestarteten Damen Neele Krech (Leipzig, U18) und Paulina Pirro (Bad Kreuznach, U23) sicherten sich mit Rang vier und drei gute Ausgangspositionen für die nächste Runde. Auch der Hallenser Pascal Brandenburg fuhr vorn mit und platzierte sich der U18 auf Rang 3. Für das beste deutsche Einzelergebnis sorgte sein älterer Teamkollege Anton Weber, welcher sich bei der U23 mit einem fehlerfreien Lauf nur dem heimischen Franzosen Debliquy den Vortritt ließ und schon einmal in Richtung Podium schnupperte.

Somit bestens eingestimmt auf die Entscheidungsläufe der Mannschaften, starteten die jungen Athleten motiviert in den Nachmittag. Die Damen der U18 mussten dabei gleich als allererste Mannschaft des Tages in das Rennen gehen, da im Vorjahr kein Mannschaftsergebnis vorlag. Mit einer kompakten Fahrt legten Neele Krech, Maxi Müller (beide Leipzig) und Nova Müller (Rhein-Ruhr) eine gute Zeit vor. Da sie auf der Strecke jedoch mit insgesamt zwölf Strafsekunden einige Zeit liegen gelassen hatten, wussten die drei im Ziel umso weniger, was diese Zeit noch wert sein würde. Als sich dann jedoch abzeichnet, dass auch alle anderen Konkurrentinnen mit Strafsekunden zu kämpfen hatten, zeichnete sich langsam ab, dass die Zeit doch noch für eine Medaille reichen könnte. Das französische Team brachte einen gänzlich fehlerfreien Lauf herunter und krönten sich verdient mit dem Sieg, die Tschechinnen reihten sich mit knapp einer Sekunde Rückstand dahinter ein. Für das deutsche Team hieß das aber, dass die Bronzemedaille gewonnen war und die drei jungen Damen konnten sich über das erste Edelmetall des Tages freuen. Für Neele Krech und Nova Müller war es nach dem Mannschafts-Silber von gestern bereits die zweite Medaille dieser EM.


Als die männlichen Teamkollegen der U18-Altersklasse über die Ziellinie kamen, war die Stimmung zunächst erst einmal reichlich gedämpft. Mit zwei Torstabberührungen bestraft und über den Kurs hinweg weit auseinandergezogen, konnte eigentlich keiner der drei so richtig glauben, dass die Fahrt für den angezeigten dritten Platz wirklich reichen könnte. Es sollten noch starke Konkurrenten aus Italien und Frankreich folgen. Doch auch deren Teams wurden die Strafsekunden zum Verhängnis und so kam es doch etwas überraschend, als auch für Jakob Ungvari (Leipzig), Kjell Kadyck und Pascal Brandenburg (beide Halle) die Bronzemedaille feststand.

Die Teamkollegen der U23-Altersklasse knüpften an die guten Ergebnisse der Junioren an und setzten hier noch einen drauf. Als vorletzte im Rennen gestartete, leisteten sich Paulina Pirro (Bad Kreuznach), Amelie Plochmann (Nürnberg-Fürth) und Christin Heydenreich (Leipzig) ebenfalls zwei Torstabberührungen, zeigten aber einen flüssigen und kompakten Lauf. Zur Belohnung leuchtete dafür im Ziel auch schon die grüne eins auf. Die Freude über mindestens eine Silbermedaille war damit schon perfekt. Pirro hatte die Zeit bereits auf dem Weg zur Ziellinie sehen können und entsprechend die Faust nach oben gestreckt, während Heydenreich noch die letzten Meter kämpfte. Alle warteten gespannt, was die letztgestarteten Tschechinnen noch auf die Strecke zaubern könnten. Diese waren bis in den letzten Abschnitt sehr gut auf Kurs und ließen es noch einmal knapp werden. Als dann jedoch am letzten Aufwärtstor ein Fehler im Reißverschlussverfahren passierte, vergaben sie die Führung und reihten sich gerade noch so auf dem Bronzerang ein. Damit war den drei Deutschen klar: Wir sind Europameisterinnen. Vor Freude sprangen alle erst einmal am Kanalausgang in die Mosel und freuten sich riesig über den Titel.

Den Abschluss des Tages machten die U23-Herren. Anton Weber hatte bereits im Einzellauf gezeigt, dass er den Kurs gut beherrschte und führte seine Leipziger Kollegen Niels Zimmermann und Konrad Ginzel auch in diesem Lauf fehlerfrei ins Ziel. Mit über 8,5 Sekunden Vorsprung vor den zum Zeitpunkt führenden Spaniern setzten die drei schon ein deutliches Ausrufezeichen. Doch dies bedeutete zum Zeitpunkt noch gar nichts, denn noch drei Nationen sollten folgen und eine Medaille war somit noch nicht sicher. Es sollte sich jedoch auch in diesem Rennen herausstellen, dass eine fehlerfreie Fahrt in den Mannschaftsrennen ein guter Garant für eine Medaille, wenn nicht sogar den Titel, ist. Italien befuhr ein Tor nicht korrekt und Polen kassierte insgesamt 14 Strafsekunden. Beide waren damit raus und die Farbe der Deutschen Mannschaftsmedaille wechselte immer weiter in Richtung des ersehnten Golds. Doch alle wussten, dass es die Lokalmatadoren waren, die das Rennen und den Tag beenden würden. Nicht nur wegen des Heimvorteils sondern auch der generellen Stärke der Franzosen, wurden sie unter den drei Deutschen durchaus als ernste Konkurrenz – vielleicht sogar als Favoriten – gehandelt. Dies bestätigten sie auch noch, indem sie den Deutschen bis zur ersten Zwischenzeit satte vier Sekunden abnahmen. Doch dann leisteten sich auch die routinierten Fahrer kleinere Fehler, sodass mit zwei Torstabberührungen der Vorsprung in der zweiten Zwischenzeit wett war und beide Teams nur noch einen Wimpernschlag auseinanderlagen. So wurden es noch einmal bange Sekunden bis zum Zieleinlauf, in denen die Deutschen einfach nur zuschauen konnten. Und es zeichnete sich ab, was im Mittelteil der Strecke begonnen hatte – die Deutschen hatten eine konstante, schnelle Linie gefunden und diese bis in das Ziel gebracht. Die Franzosen verloren im letzten Drittel noch einmal knapp eine Sekunde auf das Leipziger Team und konnten somit nicht mehr in die Titelvergabe eingreifen. Auch hier dauerte es einen Moment, bis die Deutschen den Sieg realisiert hatten, bevor alle drei aus den Booten in die Mosel sprangen und den Europameistertitel feierten.

Text: Philipp Reichenbach
Fotograf: Philipp Reichenbach



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