Besser geht es nicht: Gold und Silber mit Europarekord
Zeitgleich zur Sonnenfinsternis begann am Mittwoch in Paris (FRA) ein neuer Stern des Schwimmsports golden zu leuchten. Und zwar jener von Johannes Liebmann. Mit neuem Europarekord über 800m Freistil (7:37,59 Minuten) kraulte der 19-Jährige vom SC Magdeburg am Mittwoch in überlegener Manier zum Europameistertitel im Centre Aquatique Olympique.
Seit Aufnahme ins EM-Programm im Jahr 2008 hatte noch kein Deutscher auf dieser Strecke gewonnen. Diesmal gab es nun sogar einen Doppelsieg, denn Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) rang in 7:41,16 den Ungarn Zalan Sarkany (7:41,75) im Endspurt nieder und sicherte sich wie schon bei der WM 2025 Silber.
Liebmann hat bei der EM-Premiere die Ruhe weg
„Ich bin mega glücklich, das war ein richtig gutes Rennen. Mit der Goldmedaille habe ich geliebäugelt. Und bin jetzt froh, dass es geklappt hat“, sagte Liebmann. Und beschrieb dann auch seine besonderen Gefühle bei der Siegerehrung: „Es ist ein Megagefühl, da oben zu stehen und die Hymne für sich zu hören. Das ist unglaublich.“
Nach dem Gewinn mehrerer Silber- und Bronzemedaillen bei den kontinentalen Nachwuchs-Titelkämpfen war Liebmann kurz nach dem Einstieg in die Eliteklasse im April dieses Jahres zum Europarekordler aufgestiegen. Das gemeinsame Training mit Topstars wie Lukas Märtens oder Florian Wellbrock hatte ihn nach kurzer Zeit sehr schnell werden lassen. Der damit verbundenen Favoritenrolle wurde er bei den Titelkämpfen in Frankreich nun auf eindrucksvolle Weise gerecht. Seinem hohen und doch sehr gleichmäßigen Tempo konnte nach 500 Metern jedenfalls keiner der Rivalen mehr folgen.
Laut Schwarz war Liebmann an diesem Tag unschlagbar
„Ich war vor dem Rennen unglaublich ruhig. Das hat mir nicht Angst gemacht. Es hat mich selber ein bisschen gewundert, wie ruhig ich da rangehen kann“, erzählte Liebmann. Das sei bei seiner Nationalmannschafts-Premiere im Dezember bei der Kurzbahn-EM in Polen noch ganz anders gewesen. „Ich habe hier einfach die mit meinem Trainer Bernd Berkhahn besprochene Taktik durchgezogen. Ab 400 Meter hatte ich schon Momente, wo ich gedacht habe, hey, ich gewinne das hier heute. Ein bisschen Zuversicht gehört nämlich immer dazu.“
Auch Schwarz genoss den Doppelerfolg sehr. „Ich freue mich extrem. Man konnte Johannes heute nicht schlagen, er war einfach zu stark“, sagte der 24-Jährige. „Wir haben jetzt hier die Pflichtaufgabe erfüllt mit Gold und Silber. Gold wäre natürlich schön gewesen, aber man kann nicht immer alles haben.“ Beide treten bei dieser EM am Freitag (Vorlauf) und Samstag (Finale/vorbehaltlich Qualifikation) noch über die 1500m Freistil an. Und womöglich ist dann noch ein weiterer Doppelsieg möglich. „Natürlich würde mich das extrem freuen, wenn wir das über die 1500 nochmal machen. Noch mehr würde es mich freuen, wenn ich da oben stehen würde“, meinte Schwarz.
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