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15.09.2015

35. Deutsche Polizeimeisterschaften in der Leichtathletik

- Landesauswahl schreibt Geschichte -
Am 1. und 2. September kämpften in Lübeck rund 260 Athletinnen und Athleten aus Bund und Ländern um die Vergabe der einzelnen Deutschen Polizeimeistertitel in der Leichtathletik. Die Polizei Sachsen-Anhalt wurde vertreten durch Manuela Kurrat vom LKA und Désirée Sehls von der LBP sowie John-Philipp Bartholomäi, Sebastian Scheffel (beide PD Süd) und Lukas Motschmann (FH Pol) von der Sportfördergruppe der Polizei Sachsen-Anhalt.

Sebastian Scheffel (Mitte)
© Bildnachweis: FH Polizei

Lange stand die Austragung der 35. Deutschen Polizeimeisterschaften auf Messers Schneide. Erst als der Ausfall dieser Meisterschaft drohte, entschloss Polizeidirektor Jan Hohendorf, Sportbeauftragter der Bundespolizei, die Meisterschaft nach 2013 erneut auszurichten. So wurde die Meisterschaft, wie schon 2013, unter hervorragenden Bedingungen im Stadion Buniamshof in Lübeck ausgetragen.

Die Stadtpräsidentin der Hansestadt Lübeck, Gabriele Schopenhauer, ließ es sich nicht nehmen und empfing im Rathaus der Stadt die Delegationen der einzelnen Bundesländer und der Bundespolizei und sprach ihren Dank aus, diese Meisterschaften erneut in Lübeck ausrichten zu dürfen. Im Anschluss wurden die Deutschen Polizeimeisterschaften im Stadion Buniamshof durch den Präsidenten der Bundespolizeiakademie Bernd Brämer eröffnet. Eigens für diese Meisterschaft reiste der frisch gebackene Vizeweltmeister im Kugelstoßen, David Storl von der Bundespolizei, direkt aus Peking nach Lübeck an, um wie er mit eigenen Worte sagte: „Seine Kolleginnen und Kollegen bei dieser Meisterschaft anzufeuern.“. Mit Robin Schembera aus NRW war noch ein weiterer Aktiver von den Weltmeisterschaften aus Peking angereist.

Mit zwei Deutschen Meistertiteln, vier Silber- und einer Bronzemedaille im Gepäck kehrte die Landesauswahlmannschaft der Leichtathleten von den Deutschen Polizeimeisterschaften aus Lübeck zurück. Noch nie zuvor war eine Landesauswahlmannschaft in dieser Sportart aus Sachsen-Anhalt so erfolgreich gewesen. In allen angetretenen Disziplinen holten die Sportlerinnen und Sportler aus Sachsen-Anhalt Medaillen.

Herausragend war die Titelverteidigung von Desireé Sehls im Siebenkampf der Frauen. Nach dem Vizemeistertitel im Jahr 2009 holte Désirée Sehls nach 2011 und 2013, zum dritten Mal in Folge den Deutschen Meistertitel. Diese Leistung ist Beleg dafür, auf welch hohem Niveau und mit welch andauernder Disziplin die 29jährige Bereitschaftspolizistin ihren Sport betreibt.

Nach der Auftaktdisziplin, den 100 m Hürdenlauf, sah alles nach einer klaren Angelegenheit für unsere Sportlerin aus. Aber die Titelverteidigung sollte sich dennoch schwierig gestalten. Désirée startete mit Knieproblemen in den Wettkampf, die zu Beginn der Meisterschaft noch kein ernsthaftes Problem darstellten. Aber bereits im zweiten Wettkampf, dem Hochsprung, zeigten sich erste Sorgenfalten in ihrem Gesicht. Bereits bei 1,54 m war Schluss. Doreen Besting aus Nordrhein-Westfalen machte es besser und sprang 1,60 m. Mit dieser Leistung rückte Doreen Besting in der Gesamtwertung immer näher an Désirée heran. Das Kugelstoßen konnte Désirée knapp für sich entscheiden, aber keinen nennenswerten Vorsprung herausarbeiten. Die vierte und letzte Disziplin am 1. Wettkampftag war der 200 m Lauf, jedoch erschwerten die anfänglich noch ignorierten Knieprobleme zunehmend den Sprintverlauf. 70 Punkte verlor Désirée auf ihre Kontrahentin und somit auch die Führung in der Gesamtwertung.

Als Zweitplatzierte ging es in den nächsten Wettkampftag. Aufgrund der Verletzung setzte Désirée im Weitsprung nur einen Sicherheitssprung auf 4,78 m, um nicht aus der Wertung genommen zu werden und gegebenenfalls noch eine Chance auf die Bronzemedaille zu haben. Im Speerwerfen dann die große Überraschung. Désirée beförderte den Speer auf 43,80 m was nicht nur die Zurückeroberung der Gesamtführung bedeutete. Mit dieser Weite hätte sie auch den Deutschen Meistertitel in der Einzeldisziplin gewinnen können. Doreen Besting erwischte keinen guten Wurf und verlor über 300 Punkte auf unsere Athletin.

So ging Désirée als Führende in den abschließenden 800 m Lauf und konnte sich sogar einen Rückstand von 8 Sekunden auf die Kontrahentin erlauben. Als Zweite, aber bereits mit der Goldmedaille in der Tasche kam Désirée hinter Doreen Besting aus NRW ins Ziel. Damit war der dritte Meistertitel in Folge perfekt und Désirée freute sich über diesen hart erkämpften ersten Platz.

Auch Manuela Kurrat, Lukas Motschmann und John-Philipp Bartholomäi konnten ihre Platzierungen von 2013 verteidigen. Manuela Kurrat gelang, nach ihrer Elternzeit, das Comeback und sicherte sich mit 40,95 m die Silbermedaille im Speerwurf der Frauen.

Lukas Motschmann musste sich in seinem Wettkampf, dem 1500 m Lauf der Männer, in einem packenden Endspurt nur Sören Ludolph und Steffen Brümmer, beide aus Niedersachsen, geschlagen geben. Auf einen Endspurt wollte es John-Philipp Bartholomäi bei dem 3000 m Hindernislauf nicht ankommen lassen und setzte sich mit dem Thüringer, Tim Stegemann, frühzeitig vom Rest des Feldes ab. John-Philipp lief dem sicheren zweiten Platz entgegen und somit der erhofften Silbermedaille. Er hatte Mühe, dem neuen Polizeirekordhalter Tim Stegemann zu folgen. Dieser präsentierte sich in herausragender Form und stellte mit 8:52 Minuten einen neuen deutschen Polizeirekord auf.

Im Vorfeld der Meisterschaft rechnete sich das Trainergespann Juliane Frahm und Jens Eckhardt auch eine Medaillenchance in der Disziplin 800 m Lauf der Frauen für Manuela Kurrat und im Kugelstoßen der Männer für Sebastian Scheffel aus.

Diesen Anforderungen konnte die zweifache Mutter, Manuela Kurrat, gerecht werden. In einem sehr taktisch geprägten Lauf von Jana Hartmann (Bund), die den Lauf zunächst bewusst langsam gestaltete, folgte eine zweite schnelle Hälfte in der Manuela eine schlechte Ausgangsposition hatte. Nach der ersten Runde war Manuela an sechster Position auf der Innenbahn eingeschlossen. Sie musste sich nun, auf den letzten 200 Metern, aus dieser Gruppe herausfallen lassen, um dann über die Außenbahn zum Endspurt anzusetzen. Mit einer Energieleistung gelang es ihr fast auf den zweiten Platz vorzulaufen, doch am Ende musste sie sich mit zwei hundertstel Sekunden auf den zweiten Platz geschlagen geben. Somit belegte sie dennoch hochzufrieden den dritten Platz.

Sebastian Scheffel holte mit 52,47 m in seiner Paradedisziplin, dem Diskuswerfen, bei strömendem Regen souverän den Deutschen Meistertitel. Mit der Silbermedaille im Kugelstoßen rundete er das beste Ergebnis einer Landesauswahl aus Sachsen-Anhalt in der Leichtathletik ab.


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